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Der historische Roman

Erkundung einer populären Gattung

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Hans-Edwin Friedrich

Der historische Roman zählt zu den Erfolgsgattungen der letzten 20 Jahre, doch erst jetzt beginnt die Literaturwissenschaft, sich intensiv mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Der Sammelband widmet erfolgreichen Leseklassikern des Genres ausführliche Fallstudien. Er geht der Rehabilitierung des Geschichtsromans in der Postmoderne nach und beschäftigt sich besonders mit den parahistorischen und metafiktionalen Romanformen, die das Verhältnis von factum und fictum verhandeln und fachliche Trends der Geschichtswissenschaft aufgreifen. Der Band bietet darüber hinaus detaillierte Untersuchungen zu aktuellen Bestsellern und deren Tendenz, sich vom traditionellen Modell der nationalen Erfolgsgeschichte ab- und der «Abweichlergeschichte» zuzuwenden. Den Abschluss bildet eine Primärbibliographie des historischen Romans seit 1985.

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Hans-Edwin Friedrich: „Ich mußte mich endlich den Enigmata stellen, die mir das Buch meiner Kindheit auferlegt hatte“ Peter Berling, "Die Kinder des Gral"

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„Ich mußte mich endlich den Enigmata stellen, die mir das Buch meiner Kindheit auferlegt hatte“ Peter Berling, Die Kinder des Gral Hans-Edwin Friedrich Die überraschende Karriere Peter Berlings als Autor begann erst spät und scheint sich, folgt man seinen anekdotisch ausgeformten Auskünften, eher zufäl- lig ergeben zu haben. Mein Mitwirken in der Rose – ich war tatsächlich nur ein Farbfleck als Kardinal im Gefolge des Inquisitors, des genialen F. Murray Abraham – bringt Willy Baer, Chef- redakteur der Zeitschrift Cinema in der Milchstraßen-Gruppe, auf die Idee, mich über den Dreh berichten zu lassen. „Ich kann aber nicht schreiben!“, wende ich so- fort ein. „Macht nichts! Liefer die Stimmungsbilder, die News. Die Redaktion zahlt or- dentliches Informanten-Honorar!“1 Neben seiner Tätigkeit als Filmproduzent und Nebendarsteller beginnt Berling in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre als freier Mitarbeiter Reportagen zu schreiben. Für den Film Francesco (I/D 1988, R: Liliana Cavani) wird er als Darsteller für die Rolle des Bischofs von Assisi verpflichtet. Der Bertelsmann- Verlag beauftragt ihn mit dem Buch zum Film, das 1989 erscheint.2 Die Wahl ist ungewöhnlich, weil Berling bis dahin noch nicht als Autor fiktionaler Prosa hervorgetreten war. Ebenso ungewöhnlich ist, was er aus seinem Auftrag macht, denn das Buch fällt aus dem Rahmen üblicher Verromanungen völlig heraus. Franziskus oder Das zweite Memorandum ist für den 1934 geborenen Peter Ber- ling der Start in eine Karriere als Autor historischer Romane, von denen sich die sogenannte Gral-Saga...

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