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Der historische Roman

Erkundung einer populären Gattung

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Edited By Hans-Edwin Friedrich

Der historische Roman zählt zu den Erfolgsgattungen der letzten 20 Jahre, doch erst jetzt beginnt die Literaturwissenschaft, sich intensiv mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Der Sammelband widmet erfolgreichen Leseklassikern des Genres ausführliche Fallstudien. Er geht der Rehabilitierung des Geschichtsromans in der Postmoderne nach und beschäftigt sich besonders mit den parahistorischen und metafiktionalen Romanformen, die das Verhältnis von factum und fictum verhandeln und fachliche Trends der Geschichtswissenschaft aufgreifen. Der Band bietet darüber hinaus detaillierte Untersuchungen zu aktuellen Bestsellern und deren Tendenz, sich vom traditionellen Modell der nationalen Erfolgsgeschichte ab- und der «Abweichlergeschichte» zuzuwenden. Den Abschluss bildet eine Primärbibliographie des historischen Romans seit 1985.

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Kristin Eichhorn: Der historische Roman als antiinstitutionelle Bildungsquelle. Zur Funktion des Historischen in Rebecca Gablés "Das Lächeln der Fortuna" (1997)

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Der historische Roman als antiinstitutionelle Bildungsquelle Zur Funktion des Historischen in Rebecca Gablés Das Lächeln der Fortuna (1997) Kristin Eichhorn Dass ein historischer Roman immer etwas mit Geschichte zu tun hat, scheint sich von selbst zu verstehen. Schließlich ist eben dieser Bezug zur historischen Realität der kleinste gemeinsame Nenner aller Versuche, die Gattung zu definie- ren.1 Nicht umsonst entwickeln verschiedene Gattungstheoretiker ihre Ansätze auf Basis dieses Spannungsfeldes zwischen fiktiver Handlung und realer Ge- schichte.2 Gerade wenn es an die Beschäftigung mit den jüngeren historischen Bestsel- lerromanen geht, sind in der Vergangenheit doch öfter Zweifel angemeldet wor- den, inwieweit die historischen Romane der Gegenwart überhaupt noch ein ‚stoffliches’, d. h. historisches Interesse verfolgen. Vor allem Wolfgang Schnei- der hat vor einigen Jahren am Beispiel u. a. von Noah Gordons Der Medicus die Frage aufgeworfen, wie denn die neueren Romane zu ihrer historischen Folie stehen.3 Ließe sich für frühere Texte – namentlich des 19. Jahrhunderts – ein Aufgreifen realer Ereignisse der Vergangenheit im Sinne einer „Selbstvergewis- serung einer Nation“ feststellen, sei inzwischen „die Darstellung der Geschichte dem historischen Roman zum Problem geworden“.4 Stattdessen fielen die Figu- ren oft aus ihrer Zeit heraus; somit werde das Historische eher zu einem Spiel 1 Vgl. stellvertretend nur unlängst Hartmut Eggert: Historischer Roman [Art.]. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Hg. v. Harald Fricke / Klaus Grubmüller / Jan-Dirk Müller u.a. Bd. II. Berlin / New York 2007, S....

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