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Der historische Roman

Erkundung einer populären Gattung

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Hans-Edwin Friedrich

Der historische Roman zählt zu den Erfolgsgattungen der letzten 20 Jahre, doch erst jetzt beginnt die Literaturwissenschaft, sich intensiv mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Der Sammelband widmet erfolgreichen Leseklassikern des Genres ausführliche Fallstudien. Er geht der Rehabilitierung des Geschichtsromans in der Postmoderne nach und beschäftigt sich besonders mit den parahistorischen und metafiktionalen Romanformen, die das Verhältnis von factum und fictum verhandeln und fachliche Trends der Geschichtswissenschaft aufgreifen. Der Band bietet darüber hinaus detaillierte Untersuchungen zu aktuellen Bestsellern und deren Tendenz, sich vom traditionellen Modell der nationalen Erfolgsgeschichte ab- und der «Abweichlergeschichte» zuzuwenden. Den Abschluss bildet eine Primärbibliographie des historischen Romans seit 1985.

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Maike Schmidt: Der historische Regionalkrimi

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Der historische Regionalkrimi Maike Schmidt 1. Einleitung Parallel zur Renaissance der historischen Romane, die sich seit den späten 1980er Jahren erneut einer großen Popularität erfreuen, hat sich ein neues Sub- genre der Kriminalliteratur ausgebildet, das derzeit ebenfalls hohe Verkaufszah- len erreicht: der Regionalkrimi. Während der historische Roman als Genre schon auf eine lange Geschichte zurückblickt,1 geht der Regionalkrimi aus einer sich immer weiter spezialisierenden und ausdifferenzierenden Kriminalliteratur hervor. Dass sich nun in jüngster Zeit das Subgenre des historischen Regional- krimis etabliert hat, lässt sich leicht verstehen: Es verbindet Merkmale der histo- rischen Kriminalliteratur mit denen des Regionalkrimis und vereint so zwei be- sonders populäre und erfolgversprechende Subgenres zu einer neuen Misch- form, die von literaturwissenschaftlicher Seite noch keine nähere Betrachtung erfahren hat. Als entscheidend für diese (Sub-)Genregenese erweist sich Umberto Ecos historischer Kriminalroman Der Name der Rose, der 1982 in seiner deutschen Übersetzung erschienen ist. Er vereint nicht nur die zentralen genrekonstitutiven Merkmale, auf die in der Folge noch genauer eingegangen werden soll, sondern es handelt sich darüber hinaus um einen wahren Verkaufsschlager: Weltweit verkaufte sich der Roman, der in rund 40 Sprachen übersetzt worden ist, bereits mehr als 15 Millionen Mal.2 Es ist nur allzu verständlich, dass dieser neu ent- standene Markt in der Folge von einer ganzen Reihe von Autoren bedient wurde und immer noch wird. Die Romane richten sich an Leser, „die Spannung su- chen, sich aber zugleich auch geschichtlich informieren wollen.“3...

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