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Rationalität und Demokratie

Herausgegeben vom Centro de Estudios Filosóficos José Porfirio Miranda

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Centro de Estudios Filosóficos

Rationalität und Demokratie gehört mit den bereits ins Deutsche übersetzten Werken Appell an die Vernunft und Hegel hatte recht zu den drei meistgeschätzten Philosophiebüchern des Autors . In diesem Buch versammelt Miranda die bedeutendsten Thesen seiner früheren Bücher und entwickelt darüber hinausgehend Themen wie Rationalität und Geschichte, Gesellschaft und Demokratie und, vor allem, Gerechtigkeit. Der Autor streitet in lebhafter Weise mit Philosophen wie Adorno, Hegel und Rousseau und Soziologen wie Habermas, Luhmann und Rawls über die von ihm abgehandelten Punkte. Er verwendet eine wissenschaftliche Methodik. Er verlangt Definitionen und Beweise. Dies erläutert er im letzten Kapitel mit dem Titel Wissenschaft und Gesellschaft.

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2 Fehlschluss und Materialismus

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Die gründlichste Art, moralische Rationalität mit der Rationalität, die Beweise verlangt, konvergieren zu lassen, ist der Nachweis, dass moralische Urteile wahr sind, d.h., Moral zu begründen, zu zeigen, dass Moral tatsächlich verpflichtet. Es ist der Angelpunkt der Philosophie des 20. Jahrhunderts; denn die Skeptiker ha- ben mit erstaunlicher Energie die bekannte Denunziation des naturalistischen Fehlschlusses wieder zum Leben erweckt: Sie behaupten, jedweder Versuch, ein moralisches Urteil zu beweisen, ende unweigerlich in einem Fehlschluss. Sie folgern, dass moralische Urteile wesentlich irrational und unwissenschaftlich, weil unbeweisbar sind. Die Bedeutung dieses Problems liegt in jeder Hinsicht auf der Hand, und zwar insofern es die Rationalität der Zivilisation selbst betrifft. Dies ist das We- sentliche; speziell für die Sozialwissenschaften ist das Problem jedoch lebens- wichtig, denn wir haben ja gesehen, dass –da der Mensch nicht physisch fest- stellbar ist– ein Sozialwissenschaftler in seinen Untersuchungsgegenstand keine Tatsache aufnehmen kann, von der er nicht beweist, dass sie rational ist; und zwar nicht im Sinne irgendeiner „Rationalität“, die auch Tiere besitzen, sondern eben im Sinne moralischer Rationalität; das impliziert den Nachweis, dass die- ses Rationalitätskriterium wahr ist. Wenn jedoch die Denunzianten des naturalis- tischen Fehlschlusses recht haben, ist ein solcher Nachweis unmöglich. Die Wissenschaftlichkeit der Sozialwissenschaften ist damit radikal infrage gestellt. Anscheinend haben nun diese Denunzianten recht. Man weiß ja, dass jedes moralische Urteil, auch wenn es mit einem „das ist“ formuliert wird (beispiels- weise „das ist gerecht“ oder „das ist ungerecht“), wesentlich immer einem „man...

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