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Innovationsfähigkeit durch Vertrauensgestaltung?

Befunde und Instrumente zur nachhaltigen Organisations- und Netzwerkentwicklung

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Edited By Guido Becke, Christiane Funken, Sebastian Klinke and Wolfgang Scholl

Mit diesem Band reagiert die Arbeits- und Organisationsforschung auf die zunehmende Bedeutung ,weicher‘ Faktoren in der beruflichen Praxis. Gerade die Realisierung erfolgreicher Innovationen erfordert ein vertrauensvolles Klima zwischen den beteiligten Akteuren und Unternehmen. Inwieweit und auf welche Weise aber lässt sich Vertrauen positiv gestalten? Kann dabei auch ein gesundes Misstrauen förderlich sein? Welche Rolle spielen bei diesen Prozessen die Dynamiken innerhalb der sozialen Netzwerke? Aktuelle Befunde der interdisziplinären Forschung aus fünf geförderten Verbundprojekten werden zu dieser Thematik vorgestellt. Ferner werden die in den Projekten entwickelten Instrumente zur konkreten Gestaltung von Vertrauen präsentiert.

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Zur Bedeutung von Vertrauen für Innovationsfähigkeit in Unternehmen und Unternehmensnetzwerken

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17 Einführung in das Kapitel Christiane Funken & Lutz Ellrich Die Vergabe von Vertrauen ist der ostentative, für alle beteiligten und betroffe- nen Akteure erkennbare Verzicht 1. auf die gründliche Kontrolle des Geschehens und 2. auf die weitere Ansammlung von Wissen über die bestehende Situation, die Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen der eingegangenen Beziehung und die Eigenschaften bzw. Motive der jeweiligen Intertaktionspartner. Ver- trauensgeberInnen geben sich also mit dem (verhältnismäßig geringen) Wissen, das sie zu einem bestimmten Zeitpunkt besitzen, zufrieden, obschon sie wissen, dass sie sich damit auf unsicheres Gelände begeben. Sie zeigen so eine doppelte Bereitschaft: 1. zum Handeln im Sinne einer riskanten Vorleistung und 2. zum nicht minder riskanten Gewährenlassen anderer Akteure. Vertrauen erweist sich bei genauer Betrachtung als ein performatives Geschehen; denn es führt Einstel- lung (Bereitschaft) und Tat (Vorleistung/Gewährenlassen) unmittelbar zusam- men. Vertrauen konstituiert sich in dem Akt, der es ‚beweist‘. Anders als Miss- trauen blüht es nicht im Verborgenen und tritt dann bei Bedarf hervor. Um so be- merkenswerter ist seine Vielgestaltigkeit. Denn es speist sich nicht nur aus unter- schiedlichen Quellen, sondern bezieht sich auch auf unterschiedliche Gegenstän- de (z.B. Personen oder Systeme). Starke Affekte, positive Erfahrungen, normati- ve Bindungen, rationale Abwägungen – all diese heterogenen Wirkmächte kön- nen allein oder im Verbund dazu führen, dass Individuen oder Gruppen davon ausgehen, dass sich ihre Erwartungen bzgl. eines gedeihlichen und ertragreichen Fortgangs der eingegangenen Beziehung erfüllen werden. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass...

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