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Das urheberrechtliche Entstellungsverbot im Umgang mit Originalwerken der bildenden Kunst

Unter besonderer Berücksichtigung der Eigenarten zeitgenössischer Kunst

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Donata von Gruben

Diese Arbeit befasst sich mit dem Recht des Künstlers, Entstellungen und andere Beeinträchtigungen seines Werkes zu verbieten (§ 14 UrhG). Zwar steht dem Eigentümer eines erworbenen Kunstwerkes einerseits grundsätzlich das Recht zu, nach Belieben mit seinem Werkstück verfahren zu dürfen. Andererseits stellt das Kunstwerk gleichzeitig ein geistiges Werk dar, welches als Immaterialgut bis siebzig Jahre nach dem Tod des Künstlers urheberrechtlich geschützt ist. Diese Spannungslage zwischen dem Künstler und denjenigen, die mit seinen Werken umgehen, führt häufig zu Konflikten, insbesondere im Hinblick auf die Vernichtung, die Restaurierung und die Ausstellung vor allem zeitgenössischer Kunstwerke. Im Rahmen dieser Arbeit sollen Lösungen für derartige Konflikte aufgezeigt werden.

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Einleitung

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A. Einführung Ebenso wie das Recht unterliegt die Kunst einem ständigen Wandel. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich neue Kunstformen entwickelt, die aus dem Schema der klassischen Formen reiner bildender Kunst herausfallen. Dennoch muss sich das Urheberrecht zu ihnen positionieren, sie rechtlich einordnen und beurteilen. Während aber die Kunst sich nicht eingrenzen lassen will, Tabus brechen will, zielt das Recht auf Ordnung ab, muss Sachverhalte regeln und Konflikte lösen. Die Rechtsordnung muss auf die Herausforderungen der zeit- genössischen Kunst reagieren, muss die Interessen der Künstler, ihrer Vertrags- partner, der Eigentümer, der Drittbetroffenen und der Allgemeinheit gegenein- ander abwägen. Die besondere Schwierigkeit der urheberrechtlichen Erfassung zeitgenössischer Kunst liegt hierbei darin, dass die moderne Kunst für den kunstwissenschaft- lichen Laien in vielen Fällen unverständlich geworden ist. Viele Kunstwerke beziehen sich auf Kunsttheorien oder auf die Kunstgeschichte selbst oder auf andere Wissenschaften. Ein spontanes Verstehen ohne Hintergrundwissen lassen sie kaum mehr zu. Für den Laien sind Werke daher häufig nicht einmal mehr als Kunst erkennbar. Darüber hinaus beschäftigen sich viele Künstler in ihren Kunstwerken mit philosophischen Fragen, die sie mit mehr oder weniger ästhe- tischen, jedenfalls aber künstlerischen Mitteln zu illustrieren versuchen. Auch dies erschwert den Zugang zu und das Verständnis von zeitgenössischen Kunst- werken. Hinzu kommt, dass in der zeitgenössischen Kunst eine große Spann- weite an Materialien verwendet wird und die Werke oft schnell – teilweise gar mit künstlerischer...

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