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Falsche Könige zwischen Thron und Galgen

Politische Hochstapelei von der Antike zur Moderne

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Gerhard Menzel

Das Phänomen politisch relevanter Hochstapelei, das heißt falscher Thronbewerber, die zeitweilig Herrschaft ausübten, Aufstände entfesselten, diplomatische Wirrungen verursachten, zumindest aber harte Sanktionen provozierten, begleitet die Geschichte der Monarchien von der Antike bis ins 19. Jahrhundert. Zwar sind die prominenteren Fälle vielfach untersucht worden, aber nur selten wurde das Thema in größeren Zusammenhängen fachhistorisch aufgegriffen. Eine Gesamtschau wurde vor allem populären Sammelbiographien überlassen. Ohne die darstellende Tradition dieser Sammelwerke gänzlich aufzugeben, orientiert sich diese Arbeit streng an den Quellen und der wissenschaftlichen Literatur. Sie bezieht bisher oft vernachlässigte Epochen und Räume ein, greift die Diskussion um Identitätsfragen und politische Hintergründe der Prätendenten auf, setzt die Einzelfälle in historische Zusammenhänge und öffnet den Blick auf die Rezeption des Themas in der schönen Literatur.

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II. Das Zeitalter des Hellenismus

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Zum Rahmen der Ereignisse: Mit dem Siegeszug Alexanders des Großen, König der Makedonen und „Schutzherr“ der Griechen, der das persische Reich er- oberte und bis an die Grenzen Indiens vorstieß, öffneten sich um 330 v. Chr. rie- sige Gebiete für griechische Siedler, Kultur, Wirtschaft und Lebensart im Osten. Überall in diesen Regionen wurden neue Städte für griechische und make- donische Siedler aus dem Boden gestampft, mit Tempeln, Markthallen, Gymna- sien, Sportstadien, Akademien und Bibliotheken in griechischem Stil, größer und prächtiger als im alten Mutterland. Griechisch wurde Weltsprache. Das Zeital- ter der griechischen Weltkultur, die Epoche des „Hellenismus“ begann. Es ent- wickelte sich eine einheitliche Weltzivilisaton, die nach und nach auch in den bereits römisch dominierten Westen ausstrahlte. Im Gegensatz dazu stand allerdings der politische Zerfall des Alexander- reiches. Da Alexander keinen regierungsfähigen Erben hinterließ, rissen seine Generäle Teile des Reiches in langen und blutigen Kämpfen gegeneinander an sich und begründeten neue Herrscherdynastien. Unter diesen Alexander- >achfolgern und ihren >achkommen, den sogenannten Diadochen, waren drei Dynastien besonders erfolgreich. Die Ptolemäer sicherten sich Ägypten, die An- tigoniden Makedonien mit einer, allerdings schwankenden, Oberherrschaft über Griechenland, die Seleukiden aber zunächst den Löwenanteil (ihr Kernland bil- dete Syrien): freilich bröckelten von ihrem Großreich bald kleinere und größere Königtümer ab, wie Pergamon (Westkleinasien), Pontos (Schwarzmeerküste), Bithynien (>ordwestkleinasien) Kappadokien (Ostanatolien), Armenien, Judäa, Baktrien (im äußersten Osten des Reiches) u. a. Im Iran-Persien entriss...

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