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Falsche Könige zwischen Thron und Galgen

Politische Hochstapelei von der Antike zur Moderne

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Gerhard Menzel

Das Phänomen politisch relevanter Hochstapelei, das heißt falscher Thronbewerber, die zeitweilig Herrschaft ausübten, Aufstände entfesselten, diplomatische Wirrungen verursachten, zumindest aber harte Sanktionen provozierten, begleitet die Geschichte der Monarchien von der Antike bis ins 19. Jahrhundert. Zwar sind die prominenteren Fälle vielfach untersucht worden, aber nur selten wurde das Thema in größeren Zusammenhängen fachhistorisch aufgegriffen. Eine Gesamtschau wurde vor allem populären Sammelbiographien überlassen. Ohne die darstellende Tradition dieser Sammelwerke gänzlich aufzugeben, orientiert sich diese Arbeit streng an den Quellen und der wissenschaftlichen Literatur. Sie bezieht bisher oft vernachlässigte Epochen und Räume ein, greift die Diskussion um Identitätsfragen und politische Hintergründe der Prätendenten auf, setzt die Einzelfälle in historische Zusammenhänge und öffnet den Blick auf die Rezeption des Themas in der schönen Literatur.

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XIV. Balkanländer 2: Rumäniens fragwürdige Moldau-Fürsten

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Die ältere Geschichte Rumäniens und speziell seiner nördlichen Teilregion, der Moldau, ist aucht geschichtsinteressierten Mitteleuropäern kaum bekannt. Und selbst in der rumänischen Geschichtswissenschaft gab es lange Dispute darüber, ob die Rumänen, >achkommen der im römischen Imperium romanisierten und später orthodox christianisierten Balkanvölker, vor allem der Daker, ihr heuti- ges Siedlungsgebiet (Rumänien) unter der Hoheit häufig wechselnder Herren verschiedenster Herkunft ständig beibehalten, oder sich im frühen Mittelalter als Wanderhirten in die Karpaten und andere Balkangebirge zurückgezogen hätten. Von da aus hätten sie erst seit dem 14. Jahrhundert das heutige Rumä- nien wiederbesiedelt und in den sogenannten „Donaufürstentümern“ Moldau und Walachei unter eigenen Fürsten politische Selbstständigkeit gewonnen. Die Fürsten, auch „Hospodare“ (Gospodare, d.h. „Herren“) oder „Woi- woden“ („Anführer des Volkes“) genannt, wurden von Versammlungen des Adels (der Bojaren) und der hohen Geistlichkeit durch Akklamation auf den Thron gehoben. Jedes männliche Mitglied der Fürstenfamilie kam als Bewerber in Betracht. Es gab also keine streng geregelte Erbfolge. Vielfache Thronwirren waren die Folge. Hinzu kam, dass die benachbarten größeren Mächte, d. h. Ungarn- Siebenbürgen, Polen, das Osmanische Reich, die im Laufe der Zeit alle eine viel umstrittene Oberhoheit über die Donaufürstentümer reklamierten, in diese Wir- ren eingriffen, um ihnen angenehme Kandidaten durchzusetzen. Der Stuhl oder Thron der Donaufürstentümer war mit beträchtlichen Ein- künften verbunden. Beide Länder erlebten im 15. und...

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