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Der Einfluss von Rechts- und Finanzsystemen auf die Ausgestaltung der Rechnungslegung

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Jan-Hendrik Hammermeister

Ungeachtet der weltweiten Verbreitung der IFRS haben in vielen Ländern nationale Rechnungslegungsnormen weiterhin Gültigkeit. Voran in Deutschland und Frankreich haben sich duale Rechnungslegungsregime entwickelt: Die IFRS gelten für die Konzernabschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen und die nationalen Vorschriften für Einzelabschlüsse. Die Arbeit erklärt und bewertet diese Entwicklung. Zunächst wird dazu die institutionelle Einbettung der Rechnungslegung beschrieben, um anschließend mittels einer dynamischen Untersuchung von Rechts- und Finanzsystemen zu klären, inwieweit sich das Umfeld der Rechnungslegung seit den 1970er Jahren verändert hat. Auf Basis der gewonnen Erkenntnisse kann die heutige Konfiguration von Rechnungslegungsregimen erklärt werden.

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5 Zusammenfassung

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Der Begriff Rechnungslegungsregime bezeichnet eine bestimmte Konfiguration der Rechnungslegung in einem Land oder einer Ländergruppe. Die Elemente, die ein Rechnungslegungsregime definieren, sind die dominierenden Rechen- werke, die Funktionen und Ziele die die Rechnungslegung verfolgt, die Organi- sation der Normengenese sowie die unternehmensspezifische Qualität der Rech- nungslegung. In der OECD existieren zwei Rechnungslegungsregime: In den angelsächsi- schen Ländern steht die informationsorientierte Berichterstattung von ökonomi- schen Einheiten im Vordergrund. Der Staat gibt in diesen Ländern lediglich den Rahmen für die Regulierung der Rechnungslegung vor und überlässt die Nor- mengenese privaten Akteuren. Der Zweck von Finanzberichten liegt in der Be- reitstellung entscheidungsnützlicher Informationen für Marktteilnehmer zur Si- cherung der Kapitalmarkteffizienz. Dementsprechend zeichnen sich die Jahres- abschlüsse durch eine hohe Rechnungslegungsqualität aus. Dem gegenüber ste- hen die Rechnungslegungsregime kontinentaleuropäischer Prägung, in denen konservative Bilanzierungsvorschriften den Gläubigerschutz und die langfristige Stabilität von Unternehmen sicherstellen sollen. Die Nationalstaaten haben tra- ditionell stärker in die Rechnungslegung eingegriffen und durch kodifizierte Normen Standardverträge für einen breiten Adressatenkreis zur Verfügung ge- stellt. Die Qualität von Jahresabschlüssen ist durch die ereignisunabhängige Vorsicht geprägt. Die vergleichende Rechnungslegungsforschung identifiziert das institutio- nelle Umfeld der Rechnungslegung als Ursache für die Entwicklung unter- schiedlicher Rechnungslegungsregime. Als zentrale Umweltvariablen werden das Rechts- und Finanzsystem herausgestellt (Nobes, 1998; Leuz et al., 2003; Ball et al., 2008; Zimmermann et al., 2008). Die angelsächsischen Länder zählen zur Gruppe der Common-Law...

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