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Kritik des Schuldbegriffs im Jugendstrafrecht

Eine metadogmatische Begründung des Schuldfähigkeits- und Verbotsirrtumsbegriffs

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Gustavo Chan Mora

Die Arbeit stellt umfassend die Grundlagen legitimen Jugendstrafrechts dar. Der Autor klärt dabei jene interdisziplinären Fragen, die beantwortet werden müssen, wenn Jugendliche legitim für ihr Verhalten verantwortlich gemacht werden sollen. Ergebnis ist ein Anforderungsprofil an einen erkenntnistheoretisch, ethisch und verfassungsrechtlich begründeten, interdisziplinären Begriff der jugendspezifischen Schuld (im Sinne von Strafbegründungsschuld). Der Autor rekonstruiert zunächst bezogen auf Costa Rica und Deutschland die gegenwärtigen Grundlagen des jugendstrafrechtlichen Strafbegründungsschuldbegriffs, also die Begriffe der Schuldfähigkeit und des Verbotsirrtums. Im Hauptteil der Arbeit wird die Notwendigkeit einer metadogmatischen Begründung eines spezifisch jugendstrafrechtlichen Schuldfähigkeits- und Verbotsirrtumsbegriffs dargelegt, und die Bausteine dafür zur Verfügung gestellt.

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Teil 2 Metadogmatische Begründung eines spezifisch jugendstrafrechtlichen Schuldfähigkeitsbegriffs und Verbotsirrtumsbegriffs

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Deutlich wird, dass die bearbeiteten Begriffe, bzw. der jugendstrafrechtliche Schuldfähigkeits-, Verbotskentnnis- und Verbotsirrtumsbegriff, auch eine rein strafdogmatische Ausarbeitung haben können. Auf diese Weise können sie viel- leicht tadellos und analytisch widerspruchsfrei sein. Aber ein Begriff, der so for- muliert ist, bedeutet nichts weiter als einen Kniff, d.h. ein gedankliches Konstrukt ohne jegliche Anbindung an die Wirklichkeit, und dementsprechend hat er auch keine Legitimität. Eine externe bzw. metadogmatische Begründung reduziert die- se Gefahr. Sie trägt zu einer methodologisch realistischen Begründung, einer em- pirisch-theoretischen Basis, aber auch einer axiologischen bzw. epistemologisch- politischen, ethischen und verfassungsrechtlichen Legitimation für die benannten Komponenten des Strafbegründungschuldbegriffs bei. Diese Begründung will ich in Teil II meiner Dissertation ausarbeiten. Deswegen schlage ich in den ersten drei Kapiteln dieses Teils jeweils eine epistemologisch- politische, ethische und verfassungsrechtliche Grundlage173 für die Formulierung der jugendstrafrechtlichen Begriffe von Schuldfähigkeit und Verbotskenntnis bzw. Verbotsirrtum vor. Im vierten Kapitel wird dann eine methodologische Grundlage dargestellt zur Beantwortung der Frage, wie diese Begriffe zu formulieren seien. Im fünften und sechsten Kapitel schließlich wird eine theoretisch-empirische, das heißt entwicklungspsychologische, neurologische und soziologisch-anthro- pologische Basis vorgestellt, die eine Antwort auf die Frage ermöglicht, welche realen, empirischen Anforderungen in einen solchen spezifischen Begriff jugend- strafrechtlicher Schuld aufzunehmen sind.174 173 Zu dieser Begründung werden die folgenden Fragen beantwortet: Warum muss man ei- nen spezifischen jugendstrafrechtlichen Begriff von Schuldfähigkeit und Verbotskennt- nis bzw. -Irrtum formulieren? Welche politisch-erkenntnistheoretischen, ethischen und verfassungsrechtlichen Grundlagen sind...

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