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Vermitteltes Mittelalter?

Schulische und außerschulische Potentiale moderner Mittelalterrezeption

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Iris Mende

Das anhaltende öffentliche Interesse am Mittelalter schlägt sich aktuell stark in der Kinder- und Jugendliteratur nieder. Im akademischen und schulischen Bereich wird diesem Phänomen hingegen nur selten Rechnung getragen. Das Buch lotet aus, wie viel «Mittelalter» durch moderne Texte für junge Leserinnen und Leser tatsächlich vermittelt wird und werden kann. Hierzu werden exemplarisch Adaptationen des Artusstoffs aus der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur analysiert. Im Vordergrund steht hierbei die Frage, ob diese Literatur geeignet ist, als «Brücke» zu mittelalterlichen Texten zu wirken und damit Wege für eine schulische und außerschulische Beschäftigung mit dieser Epoche zu initiieren.

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1. Einleitung

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Wer heutzutage nach Indizien für das anhaltende Interesse am Mittelalter auch außerhalb der akademischen Forschung sucht, muss nicht mehr an Ereignisse erinnern, die mehrere Jahrzehnte zurückliegen, wie zum Beispiel die Staufer- Ausstellung im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart 1977 oder die Veröffentlichung von Umberto Ecos Bestseller Il nome della rosa1 1980. Es ge- nügt ein Blick in die Regale verschiedenster Buchhandlungen, auf zahlreiche im vergangenen Jahrzehnt veröffentlichten Kino- und Fernsehfilme2, unzählige po- pulärwissenschaftliche Dokumentationen3 sowie diverse Erscheinungen des „ge- lebten Mittelalters“, um für Horst Fuhrmanns Aussage „Überall ist Mittelalter“4 immer wieder neue Bestätigungen zu finden. Eine besonders große Popularität genießt das Mittelalter – oder was dafür gehalten wird – im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur, wodurch junge Leserinnen und Leser schon früh in Kontakt mit dieser Epoche5 kommen und ihre ganz eigenen Vorstellungen von der „Zeit der Burgen und Ritter“ entwickeln. Dieses Interesse am Mittelalter, vor allem auch im literarischen Bereich, steht im Gegensatz zu seiner geringen Bedeutung im gymnasialen Deutschunter- richt. Grundsätzlich wird die Literatur des Mittelalters zwar nicht völlig ausge- klammert, wie ein Blick in die curricularen Vorgaben der Bundesländer zeigt, doch ihr Anteil ist im Vergleich zu dem moderner Literatur immer noch relativ gering.6 Aktuelle curriculare Vorgaben formulieren nicht mehr Inhalte, die ge- lernt werden müssen, sondern Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler erlangen sollen. Dies eröffnet den Lehrpersonen grundsätzlich große Freiheiten bei der Auswahl...

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