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Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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Glück in New York: Christof Hamann

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26 Hermann Schulz täuscht aus. Er hatte es wenigstens versucht. Vielleicht dachte er: Beinahe hätte ich tolle Schuhe bekommen.“ „Und wie ging es weiter?“ „Da stand der alte Mann noch einmal auf. Mit einer Handbewegung forderte er Ruhe. ‚Ja, dieser Mann behält seine Schuhe‘, rief er bedächtig. ‚Und was lernen wir daraus?‘ Fragend sah er in die Runde. ‚Wir lernen daraus, dass dieser Mann ein kluger Mann ist. Weiße sind nicht dümmer als wir Afrikaner, wie manche behaupten! Ich will euch sagen, was man noch daraus lernt, denn ich sehe so viele Dummköpfe unter euch: Wer unterwegs in Afrika ist, braucht gute Schuhe. Egal, ob er gern gegen Blechbüchsen tritt oder nicht!‘ Ihr könnt euch nicht vorstellen, was da los war im Bus. Beifall brandete auf, alle nickten zustimmend und lobten den Alten für seine Klugheit. Jemand be- gann zu singen, und viele stimmten ein, ein Vers nach dem anderen. Das Lied fing an mit dem Satz ‚Der weiße Bwana behält seine Schuhe … Yeah, yeah, yeah!‘ Dann hielt der Bus und die meisten stiegen aus und sangen auf der Straße weiter. Auch der Weiße verließ uns. Er machte einen erleichterten Eindruck.“ Papa und alle Mitreisenden hatten eine vergnügliche halbe Stunde erlebt. „Ja, ja, die Weißen“, sagte Mama, räumte die Teller ab und wischte mit ei- nem Tuch über den Tisch. „Aber man sollte sie nicht so veralbern, Calvin!“ „Wieso veralbern? Wir haben dem...

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