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Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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Heimisch unheimlich. Digital bearbeitete Hochdrucke: Susanne Catrein

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Heimisch unheimlich. Digital bearbeitete Hochdrucke Susanne Catrein In meinen digital bearbeiteten Hochdrucken zeige ich abstrahierte schemenhafte Figuren. Manche befinden sich im freien Fall. Andere bewegen sich alleine, zu zweit in einer Reihe, fast militärisch, einige bergauf, einige bergab. Manche ha- ben den Kopf nach vorne gerichtet, während die Füße wieder dorthin wollen, wo sie herkommen. Die Themen meiner Arbeiten sind Bewegungen im Raum, Tourismus und Migration. Der Titel verweist auf Sigmund Freuds Essay „Das Unheimliche“ von 1919, auf das Eigene im Fremden sowie das Fremde im Eigenen. Gespielt habe ich dabei mit Material aus Reiseprospekten. Ich arbeite mit Fotografien von Touristen, entnehme sie ihrem Kontext, multipliziere, vergröße- re, collagiere, drucke, male sie, teils auf völlig monochrome Flächen, teils auf durch experimentelle manuelle wie auch digitale Drucktechniken aufgebrochen wirkende Hintergründe. Bereits die Reproduktion in den Reiseprospekten nimmt den abgebildeten Personen ihre Geschichte und Identität. Durch Fotografien werde die Welt zu einer „Aneinanderreihung beziehungsloser, freischwebender Partikel“, schreibt Susan Sontag 1977 in ihrem Essay „In Platos Höhle“.1 „Geschichte, vergangene und gegenwärtige“ werde ein „Bündel von Anekdoten und faits divers“.2 Die Kamera atomisiere die Realität, mache sie „leicht zu handhaben“ und vorder- gründig.3 Es sei „eine Sicht der Welt, die wechselseitige Verbundenheit in Ab- rede“ stelle.4 Die den Fotos entnommenen Figuren, die bereits durch den Akt des Fotografierens ihrer Namen und Kontexte beraubt wurden, verlieren in mei- nen Arbeiten zudem ihre Gesichter, ihr Geschlecht, werden zu Schatten ihrer selbst....

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