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Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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„Gottes ist der Orient / Gottes ist der Occident!“ Die west-östliche Einheit der Kultur in Goethes „Divan“-Lyrik: Karl Richter

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„Gottes ist der Orient / Gottes ist der Occident!“ Die west-östliche Einheit der Kultur in Goethes „Divan“- Lyrik Karl Richter Lieber Rüdiger, meine Damen und Herren, ich referiere hier in einer Situation, die einem nicht alle Tage begegnet. Dr. Rüdiger Sareika war nach meiner Berufung an die Universität des Saarlandes mehrere Jahre hindurch einer meiner ersten und tüchtigsten Mitarbeiter und Doktoranden. Mit seiner 1980 erschienenen Dissertation „Die Dritte Welt in der westdeutschen Literatur der sechziger Jahre“ dachte er schon damals über alle Grenzen hinweg in politische und kulturelle Weiten. Dem kleinen Saarland ge- reichte es zur Zierde, dass wir mit seiner Dissertation die neue Reihe der „Saar- brücker Beiträge zur Literaturwissenschaft“ eröffnen konnten. In der amtlichen Sprachregelung der Universitäten stellt der Doktorvater dem Doktoranden das Thema. In der demokratischeren Praxis war es eher so, dass sich Herr Sareika das Thema längst gewählt hatte, bevor ich darum wusste. Mein heutiger Vortrag basiert auf einer gewissen Umkehrung der Situation. Herr Sareika hat mir mein heutiges Thema gestellt; aber er hat mir so viel an Mitbe- stimmung eingeräumt, dass ich mich in keiner Weise eingeengt fühlen konnte. Das Thema, auf das wir uns verständigt haben, betrifft Goethes „West- östlichen Divan“, den umfangreichsten lyrischen Zyklus, den Goethe je ge- schrieben hat. Um ein Alterswerk handelt es sich; aber wie jedes seiner Alters- werke ist es in vielfältiger Hinsicht richtiger ein Werk der literarischen und äs- thetischen Verjüngung....

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