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Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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Weltliteratur als kulturelles Erbe in Frankreich – Ergänzungen zu Goethes „West-östlicher Divan“: Anja Schnabel

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82 Norbert Mecklenburg Mann an ihm, anrührend heraus. Und die Kernzone des „West-östlichen Di- vans“, das Suleika-Hatem-Spiel18, lässt patriarchalische Muster ostentativ souve- rän hinter sich, indem es demonstriert, dass erotische und geistige Gemeinschaft einander nicht ausschließen müssen: „Denn das Leben ist die Liebe, / Und des Lebens Leben Geist“.19 Allein, die produktive Aufnahme des unerschöpflichen Reichtums von Goethes Werken sollte nicht daran hindern, kritische Fragen wie die hier formulierten zu stellen. Denn zur Moderne, ‚pantheistisch‘ oder nicht, westlich oder östlich, muss ein Prinzip gehören, das weder Theologen noch Goetheologen mögen: das Prinzip der kritischen Prüfung. 18 Karl Richter: Liebeslyrik – ganz anders, in: Études Germaniques 60, 2005, S. 305-318. 19 Johann Wolfgang Goethe: West-östlicher Divan, hg. v. Hendrik Birus, Frankfurt a.M. 2010, Teilband 1, S. 88. Weltliteratur als kulturelles Erbe in Frankreich – Ergän- zungen zu Goethes „West-östlicher Divan“ Anja Schnabel Weltliteratur, Kulturbewusstsein oder Kulturtransfer zählen heute zu den Stan- dardbegriffen einer globalisierten Welt. In einem vereinigten Europa, in dem dank Bologna-Prozess, Fiskalpakt und verschuldungsbedingter Staatskrisen eine nahezu alle Bereiche umfassende Internationalisierung stattgefunden hat, ist der Europäer zum Weltbürger avanciert, suchen die sich als Geistesaristokratie ver- stehenden Intellektuellen eines jeden Landes nicht selten Zuflucht in einer Welt- literatur. Das Verständnis von einem nationalen Selbst, zu dem insbesondere das Wissen um die kulturelle Alterität gehört, also die Beziehung zwischen dem Eignen und dem Fremden, endet oft in einem Bedürfnis nach Interkulturalität....

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