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Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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„Einer der besten Söhne unseres Vaterlandes“. Entdeckungsreisende in Familienzeitschriften nach 1848: Christof Hamann

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„Einer der besten Söhne unseres Vaterlandes“. Entde- ckungsreisende in Familienzeitschriften nach 18481 Christof Hamann Dass Deutschland ein Land der Dichter und Denker sei, gehört bis ungefähr in die Mitte des 19. Jahrhunderts zu den gängigen Nationalstereotypen. Mit Bis- marcks Politik und insbesondere den drei ‚Reichseinigungskriegen‘ gegen Dä- nemark, Österreich und Frankreich (zwischen 1864 und 1871) verwandelt sich dieses Stereotyp: Neben das Romantisch-Idealistische tritt das Realistische: Die- se realidealistische Diskursposition, die durch „in sich stimmige, kohärente[] Verwendungsweisen ganzer Paradigmen von semantischen Merkmalen“ und „kulturtypologischen Vorstellungen“2 gekennzeichnet ist, unterscheidet das noch-nicht-vereinigte und das vereinte Deutschland von dem ‚rohen Kapitalis- mus‘ und ‚brutalen Realismus‘ Englands sowie von Frankreich, dem Merkmale wie ‚unrealistisch‘ und ‚leichtlebig‘ zugeordnet werden. Deutschland hingegen nimmt eine Position der Mitte ein: Das schlagkräftige Heer und die stabile In- dustrie bildet den einen Pfeiler dieser Position, die Orientierung an idealistischer Philosophie, an Dichtung und Musik den anderen.3 Rolf Parr hat gezeigt, dass Bismarck am entschiedensten diese realidealistische Position vertritt.4 Daneben wird das Konzept des Realidealismus auch in anderen Figuren, Topoi und Kol- lektivsymbolen aktualisiert, so auch in der Figur des Entdeckungsreisenden, die medial insbesondere in journalistischen und zum Teil literarischen Texten mas- 1 Ausführlicher habe ich die hier dargelegten Überlegungen in folgendem Aufsatz vorge- stellt: Christof Hamann: Forschungsreisende in Familienjournalen: Vogel, Barth, Old Shatterhand, Hagebucher, in: Ins Fremde schreiben. Gegenwartsliteratur auf den Spuren historischer und fantastischer Entdeckungsreisen, hg. v. Alexander Honold u. dems., Göt- tingen 2009, S. 43-66. 2 Rolf Parr:...

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