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Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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Kein taxus canadensis, kein Dos Passos, kein „MalteserFalke“. Zur Rezeption US-amerikanische Literatur in der frühen Bundesrepublik: Jochen Vogt

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Kein taxus canadensis, kein Dos Passos, kein „Malteser Falke“. Zur Rezeption US-amerikanische Literatur in der frühen Bundesrepublik Jochen Vogt 1. Es gibt, soweit ich weiß, keine stichhaltigen Untersuchungen zur Auswirkung der Amerikahäuser, die es nach dem Zweiten Weltkrieg in allen größeren Städ- ten der Amerikanischen Besatzungszone gab und deren Kernstück ihre Biblio- thek war, auf das Leseverhalten oder den Kulturbegriff junger Deutscher in der Nachkriegszeit. Doch konnte diese Wirkung, bei den hier in Frage kommenden Geburtsjahrgängen zwischen 1925 und 1950, durchaus verschieden ausfallen. Das begründe ich mehr oder weniger empirisch und ernsthaft, mit zwei Stich- proben. Ich selber habe in den frühen fünfziger Jahren, mit zehn bis zwölf Jahren, im Amerikahaus nicht gerade das Lesen, aber doch das Ausleihen von Büchern ge- lernt und teilweise exzessiv betrieben. Das lag hauptsächlich an der zufälligen Lage dieses Instituts neben meiner Schule. Zwar habe ich es damals versäumt, empirische Daten zu erheben, die ich später als Literaturdidaktiker hätte evaluie- ren können; aber dreierlei ist mir in Erinnerung geblieben: Erstens habe ich dort, bei den Sachbüchern, endlich erfahren, aus welchem Holz die richtigen Indianer ihre Bogen herstellen, nämlich aus der amerikanischen Eibe. Tagelang haben meine Stammesbrüder und ich dann den Hardtwald hinter dem Karlsruher Schloss und den Auwald am Rhein nach taxus canadensis durchsucht, um schließlich doch wieder auf die gute deutsche Haselnuss zurückzugreifen. Zwei- tens habe ich noch vor Augen, dass...

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