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Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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Die literarische Entdeckung der sogenannten Dritten Welt. Hinweise zur Behandlung des Themas in der Forschung: Rüdiger Sareika

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Die literarische Entdeckung der sogenannten Dritten Welt. Hinweise zur Behandlung des Themas in der Forschung Rüdiger Sareika Bereits in der Nachkriegszeit wurde in der deutschen Literatur das Thema des Kolonialismus behandelt. Dazu hat Monika Albrecht 2008 eine bemerkenswerte Studie vorgelegt.1 Mit der Rezeption des Begriffs der Dritten Welt in der Literatur der sechzi- ger Jahre des 20. Jahrhunderts ergibt sich eine markante Zäsur bei der Behand- lung außereuropäischer Kulturen. In den sechziger Jahren wurden im Zeichen des Bewusstseinswandels der Öffentlichkeit auch im Bereich der Literatur neue politische, gesellschaftliche und interkulturelle Erfahrungen gemacht. Auslösen- de Faktoren waren: � die Aufarbeitung des Dritten Reichs und die bewusste Wahrnehmung demo- kratischer Lebensformen bis hin zur Studentenrevolte; � die Dekolonialisierungsprozesse in Afrika, Asien, Lateinamerika, die neue Kenntnisse und ein erweitertes Wissen um die Welt der Anderen und auch des Fremden mit sich brachten; � die sprunghafte Verbreitung des Fernsehens, mit der die weite Welt direkt in den häuslichen Bereich einzog und Themen wie die Kubakrise oder den Vietnamkrieg in das Repertoire der täglichen Wahrnehmung einspielte. Dominant bei der literarischen Gestaltung interkultureller Erfahrungen in dieser Dekade waren die Arbeiten von Autoren wie Enzensberger, Weiss, Timm, Fried oder Degenhardt. Sie betrachteten die anderen Kulturen weitestgehend unter den Aspekten der notwendigen Dekolonialisierung, der Zugehörigkeit zu der Bewe- gung der Blockfreien Staaten oder zu den Blöcken im Ost-West-Konflikt sowie der ideologischen Kämpfe zwischen Kapitalismus und Sozialismus / Kommu- nismus. Nur sehr wenig wurde dagegen der Alltag und die jeweilige Kultur the-...

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