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Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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Kulturelle Vielfalt – Ein Entwicklungsimpuls?: Daniel Gad

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232 Michael Hofmann nehmer an einem globalisierten Kommunikationsprozess als Vorbild dienen, wenn es uns um die kritische Infragestellung des Eurozentrismus und um die Frage geht, wie wir interkulturelle Kommunikation in der postkolonialen Kons- tellation gestalten können. Dass die deutschsprachige Gegenwartsliteratur ein interkulturelles und postkoloniales Potential in Texten entfaltet, die nicht theo- rieüberladen sind, sondern auch noch literarisches Vergnügen bereiten, stimmt positiv, weil es darauf verwiest, dass die Frage nach der Gestaltung der Globali- sierung zu unseren alltäglichen Lebensvollzügen gehört, die wir mit einem kriti- schen Bewusstsein, aber unverkrampft und ohne moralische Komplexe angehen können. Kulturelle Vielfalt – Ein Entwicklungsimpuls? Daniel Gad Die UNESCO debattiert über kulturelle Vielfalt seit 1970. Damals richtete sie in Venedig die erste Weltkonferenz für Kulturpolitik aus und begann einen interna- tionalen Diskurs, welcher 2005 durch das „Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ einen völkerrechtlichen Rahmen erhielt. Auf der zweiten Weltkonferenz 1982 in Mexiko-Stadt wurde eine Definition des Kulturbegriffs festgelegt, der weit über das konkrete Feld der Künste hinausragt und internationale Verwendung gefunden hat. Die dritte Weltkonferenz 1998 in Stockholm brachte den Aktionsplan „The Power of Cul- ture“ hervor, der Kulturpolitik eine gesellschaftspolitische Bedeutung beimisst. Darin hießt es: Die grundlegenden Aufgaben von Kulturpolitik bestehen darin, Zielvorgaben zu erstellen, strukturelle Voraussetzungen zu schaffen und angemessene Mittel bereit- zustellen, damit ein für die menschliche Selbstentfaltung förderliches Umfeld ent- steht.1 Kulturelle Vielfalt und insofern auch die Künste sind durch kulturpolitisches Handeln zu...

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