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Spannungsfelder: Literatur und Gewalt

Tagungsband des 3. Studierendenkongresses der Komparatistik

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Edited By Thomas Erthel, Christina Färber, Nicolas Freund and Elisa Leroy

Warum beschäftigt sich Literatur mit Vernichtung? Engen die Regeln einer Ästhetik Literatur gewaltsam ein? Wie übt Propaganda Gewalt aus, und ist nicht auch Deutung immer ein Gewaltakt? Kann Literatur mit den ihr eigenen Mitteln Gewalt verhandeln – oder ist Gewalt das schlechthin Unvermittelbare? Gewalt wird an Literatur verübt, Gewalt wird in Literatur dargestellt, Gewalt wird durch Literatur selbst ausgeübt. Der vorliegende Tagungsband zum 3. Studierendenkongress der Komparatistik 2012 versammelt ausgewählte Beiträge, die diesen Fragen durch detaillierte Analyse zahlreicher literarischer Texte jenseits nationaler, epochaler und medialer Grenzen nachgehen. Darüber hinaus zeigen sie, inwiefern das Spannungsfeld Literatur und Gewalt zur theoretischen Reflexion über die Methoden der Komparatistik und das Medium Literatur selbst einlädt.

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Gewalt durch Literatur

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„Upon these eyes of thine I’ll set my foot.“ Gewalt auf der Bühne 1607/1998 Elisa Leroy Wie die Beiträge dieses Bandes zum Thema „Literatur und Gewalt“ konstitutiv zeigen, ist Gewalt nur in einer naiven Definition allein der Sphäre der physi- schen Ursache und Wirkung zugehörig. Gerade die Untersuchung von Gewalt- darstellung in der Literatur muss zeigen, dass Gewalt nicht im Jenseits des Sprachlichen entsteht. Das Spannungsfeld Literatur und Gewalt eröffnet sich, so möchte ich behaupten, an der Schnittstelle zwischen Sprache und Handlung – umso mehr in solchen Texten, denen dieses Spannungsverhältnis wiederum in- härent ist: Im Drama sind eine sprachliche Textgrundlage und die Performanz der darin angedeuteten Handlungen auf der Bühne in einem komplexen Prozess miteinander verwoben. Auf der Bühne, so scheint mir, vervielfältigen sich die Möglichkeiten der Darstellung von Gewalt in dem Maße, in dem Handlungen im Medium des Vi- suellen zu sprachlichen Äußerungen hinzu- und zu diesen in Wechselwirkung treten können. Dabei trägt die Darstellung von Gewalt auf der Bühne nicht nur eine weitere Position zum Problem der Unsagbarkeit bei, indem sie Sprache dort durch Handlung ergänzen kann, wo sie unzulänglich bleiben muss. Vielmehr rückt das Drama gerade die Handlungsdimension von Sprache, ihre Performati- vität, in den Vordergrund; als Ergebnis eines performativen Sprechakts weisen die Handlungen auf der Bühne stets auf ihren sprachlichen Ursprung zurück. Bei der Darstellung von Gewalt auf dem Theater erhellt das Medium...

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