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Der Weg von syntaktischer Fügung zum Wort

Eine Analyse deutscher substantivischer Univerbierungen unter synchroner, diachroner und sprachvergleichender Perspektive

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Nathanael Baché

Diese Arbeit geht der Frage nach, wie durch unterschiedliche Muster der Univerbierung, Inhalte von Sätzen oder syntaktischen Fügungen im Deutschen zu Wortinhalten komprimiert werden. Die unterschiedlichen morphosyntaktischen Prozesse der Univerbierung werden unter synchroner, diachroner und sprachvergleichender Perspektive beleuchtet. Anschließend wird die Hypothese der Begriffskonsolidierung bei Univerbierung an einzelnen ausgewählten Beispielen der Typen Rektions-, Phrasenkompositum, Phrasenderivat und -konversion sowie Zusammenbildung auf der Grundlage einer Korpusstudie überprüft. Die Untersuchung stützt sich auf das Deutsche Referenzkorpus (DeReKo) sowie das Recherche- und Analyseprogramm Cosmas II. Das Ergebnis der Korpusrecherche bestätigt die Hypothese der Begriffskonsolidierung in den meisten untersuchten Fällen. In einigen Fällen lässt sich auch eine gegenläufige Entwicklung, die Begriffsdekonsolidierung, feststellen. Vor diesem Hintergrund werden dann die syntaktischen Möglichkeiten der inhaltlichen Komprimierung im Französischen betrachtet. Es zeigen sich wesentliche Unterschiede in dem Bereich der Wortbildung zwischen den beiden Sprachen.

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2 Geschichtlich-theoretische Ansätze zurDeutung und Konstitution der Wortzusammensetzung in der deutschenForschung

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2 Geschichtlich-theoretische Ansätze zur Deutung und Konstitution der Wortzusammensetzung in der deutschen Forschung 2.1 Der historische Ansatz Im Zusammenhang mit der Deutung und Konstitution von Komposita wird häu- fig die Phrase „syntaktische Konstruktionen“39 benutzt. In der modernen Termi- nologie entsprechen diese nach Kürschner etwa Syntagmen oder Phrasen und sind im historischen Sinne als Einheiten zu verstehen, die: [...] aus mehr Morphemen bestehen als Komposita und die eine von Komposita ver- schiedene Phrasenstruktur besitzen. Zwischen ihnen und Komposita besteht ein his- torisches oder diachrones Entwicklungsverhältnis (Kürschner 1974: 5). Paul (1880/1968), einer der Hauptvertreter des historischen Ansatzes, beschreibt einige Typen von Komposita im Nhd. folgendermaßen. Komposita bestehen40 aus: • der Verbindung des Genitivs mit dem regierenden Substantiv. Nhd. Beispiele wären Hungersnot, Kindergarten u. a. • der Verbindung des attributiven Adjektivums mit dem Substantivum. Bei- spielsweise Nhd. Edelmann (Mhd. edel man, genitiv. edeles Mannes). • aus der appositionellen Verbindung zweier Substantiva, z.B. Christkind, Gottmensch. Er unterscheidet zwei Schichten von Komposita: eine ältere und eine jünge- re. Die ältere stammt entweder aus der Ursprache oder ist nach ursprachlichen Mustern gebildet und die jüngere, die hauptsächlich vor unseren Augen entsteht und zwar „[...] durchgängig aus der syntaktischen Aneinanderreihung ursprüng- lich selbstständiger Elemente“ (Paul 1975: 326). In einem früheren Zitat unter- strich Paul (1920)41 bereits die Rolle der Analogie bei der Bildung der Komposi- ta, sogar derer Dominanz bzw. Vorrangigkeit unter den Komposita: 39 In der vorliegenden Untersuchung werden die syntaktischen Konstruktionen (SYNK) als Phrasen...

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