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Der Weg von syntaktischer Fügung zum Wort

Eine Analyse deutscher substantivischer Univerbierungen unter synchroner, diachroner und sprachvergleichender Perspektive

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Nathanael Baché

Diese Arbeit geht der Frage nach, wie durch unterschiedliche Muster der Univerbierung, Inhalte von Sätzen oder syntaktischen Fügungen im Deutschen zu Wortinhalten komprimiert werden. Die unterschiedlichen morphosyntaktischen Prozesse der Univerbierung werden unter synchroner, diachroner und sprachvergleichender Perspektive beleuchtet. Anschließend wird die Hypothese der Begriffskonsolidierung bei Univerbierung an einzelnen ausgewählten Beispielen der Typen Rektions-, Phrasenkompositum, Phrasenderivat und -konversion sowie Zusammenbildung auf der Grundlage einer Korpusstudie überprüft. Die Untersuchung stützt sich auf das Deutsche Referenzkorpus (DeReKo) sowie das Recherche- und Analyseprogramm Cosmas II. Das Ergebnis der Korpusrecherche bestätigt die Hypothese der Begriffskonsolidierung in den meisten untersuchten Fällen. In einigen Fällen lässt sich auch eine gegenläufige Entwicklung, die Begriffsdekonsolidierung, feststellen. Vor diesem Hintergrund werden dann die syntaktischen Möglichkeiten der inhaltlichen Komprimierung im Französischen betrachtet. Es zeigen sich wesentliche Unterschiede in dem Bereich der Wortbildung zwischen den beiden Sprachen.

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4 Univerbierung in deutschen Grammatiken

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Die Auswahl der Autoren basiert hauptsächlich auf drei Kriterien. Zum einen handelt es sich um Autoren, die den Begriff `Univerbierung´, `Zusammenrü- ckung´ und ähnliche Begriffe in ihren Grammatiken verwendet haben. Zum an- deren wird überprüft, wie diese Autoren den Begriff `Univerbierung´ analysie- ren bzw. abgrenzen und klassifizieren. Schließlich geht es darum zu untersu- chen, wie diese Grammatiken unterschiedliche Modelle der Univerbierungen, die oft als Randerscheinung im Umkreis der Komposition eingestuft werden, behandeln und wo sie diese im Spektrum der deutschen Wortbildung verorten. 4.1 Eisenberg, Peter Eisenberg (2004) behandelt Rektionskomposita als Subtypen von Determinativ- komposita. Jedoch aufgrund ihrer folgenden morphosemantischen Eigen- schaften und vor allem wegen ihrer Nähe zur Syntax53 bringt Eisenberg sie in Verbindung mit Zusammenbildungen: • Der Kopf verfügt über spezifische Rektionseigenschaften. • Der Zweite Bestandteil ist meist ein abgeleiteter Substantivstamm. • Das deverbale Substantiv behält die Valenzeigenschaft des abgeleiteten Verbs bei. Nach Eisenberg sind Rektionskomposita und Zusammenbildungen aufgrund ihrer speziellen `Köpfigkeit´ als Grenzfall zur Derivation anzusehen. Ein typi- sches Rektionskompositum wäre nach Eisenberg Geldwäscherfahndung und ei- ne Zusammenbildung Schwarzarbeiter (Eisenberg 2004: 230). Er versteht den Begriff `Univerbierung´ ebenfalls als einen unspezifizierten Wortbildungspro- zess, dessen Grundprinzip darin besteht, dass häufig im Text nebeneinander ste- hende Formen unter bestimmten Umständen zu einer Form zusammenwachsen (vgl. Eisenberg 2004: 233). Dieser Prozess des Zusammenwachsens umfasst verschiedene Wortkategorien. Seiner Ansicht nach lässt sich der Univerbie- rungsprozess bei den so genannten komplexen Präpositionen feststellen, bei de- nen eine Präposition und ein Substantiv...

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