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Die Stellung des Kindes in auf Einvernehmen zielenden gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren in Kindschaftssachen

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Natalie Ivanits

Kindschaftsverfahren, Einvernehmen, Mediation. Aber wo bleibt das Kind? Rechtfertigt eine Einigung der Eltern das Absehen von der Kindesanhörung? Kann ohne die persönliche Beteiligung des Kindes die Wahrung seiner Interessen sichergestellt werden? In dieser Arbeit werden zum einen die rechtlichen Anforderungen an die Kindesanhörung untersucht, zum anderen humanwissenschaftliche Erkenntnisse aus der Scheidungsforschung und der Entwicklungspsychologie ausgewertet. Sinn und Zweck der Kindesbeteiligung sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Einvernehmen werden herausgearbeitet und schließlich Anforderungen an das Verfahren aufgestellt.

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Teil 5: Die Beteiligung des Kinde san Einvernehmen im gerichtlichen Kindschaftsverfahren

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Teil 5: Die Beteiligung des Kindes an Einvernehmen im gerichtlichen Kindschaftsverfahren In den für diese Untersuchung relevanten Kindschaftsverfahren, also Verfahren wegen des Sorgerechts, des Umgangs und teils auch wegen Kindeswohlgefähr- dung, sind für die Anhörung des Kindes insbesondere die §§ 1591, 156, 157, 155 FamFG relevant. Die Beteiligtenstellung und die Verfahrensfähigkeit sind in §§ 7 bis 9 FamFG geregelt. A. Rechtsgrundlagen und inhaltliche Anforderungen an Einvernehmen in Kindschaftssachen Das zum 01. September 2009 in Kraft getretene FamFG greift die Tendenz zur Stärkung von Einvernehmen in Kindschaftsverfahren auf: Die Beteiligten sollen sich grundsätzlich sowohl im Gerichtsverfahren, als auch außergerichtlich um eine einvernehmliche Lösung ihres Konfliktes bemühen (vgl. z.B. §§ 135, 156 FamFG). Nicht nur Antragssteller und Antragsgegner sollen kooperieren und miteinander kommunizieren, sondern auch die professionell am Verfahren Be- teiligten. Zum Gerichtsverfahren sollen verstärkt auch Angehörige der sozialen und psychologischen Berufe hinzugezogen werden, um nicht nur die rechtli- chen, sondern auch die sozialen und psychologischen Probleme der Familie zu regeln.2 I. Rechtsgrundlagen für Einvernehmen in Kindschaftssachen Im Folgenden werden die für Einvernehmen in Kindschaftssachen relevanten verfahrensrechtlichen und materiellen Normen im Überblick dargestellt. Im allgemeinen Teil regelt § 36 Abs. 1 S. 2 FamFG für alle Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, dass das Gericht auf eine gütliche Einigung der Beteiligten hinwirken soll, aus- genommen sind davon die Gewaltschutzsachen. Für Einvernehmen im Kindschaftsverfahren ist § 156 FamFG der Dreh- und Angelpunkt. Diese Norm gilt gemäß § 156...

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