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Die Stellung des Kindes in auf Einvernehmen zielenden gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren in Kindschaftssachen

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Natalie Ivanits

Kindschaftsverfahren, Einvernehmen, Mediation. Aber wo bleibt das Kind? Rechtfertigt eine Einigung der Eltern das Absehen von der Kindesanhörung? Kann ohne die persönliche Beteiligung des Kindes die Wahrung seiner Interessen sichergestellt werden? In dieser Arbeit werden zum einen die rechtlichen Anforderungen an die Kindesanhörung untersucht, zum anderen humanwissenschaftliche Erkenntnisse aus der Scheidungsforschung und der Entwicklungspsychologie ausgewertet. Sinn und Zweck der Kindesbeteiligung sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Einvernehmen werden herausgearbeitet und schließlich Anforderungen an das Verfahren aufgestellt.

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Teil 6: Die Beteiligung des Kindes an außergerichtlichen und gerichtsverbundenen Vermittlungen

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Sowohl unabhängig vom als auch teilweise verbunden mit dem Gerichtsverfah- ren werden Vermittlungen angeboten, für die sich ebenfalls die Frage der Betei- ligung des Kindes stellt. A. Mediation In Deutschland entwickelte sich das Interesse an der Mediation in den 1980er Jahren anlässlich der Berichte über die Mediation in den USA.1 Dort führte in den frühen 1970er Jahren die wachsende Kritik über den Umgang mit Konflik- ten zur Etablierung verschiedener alternativer Konfliktregelungsverfahren (alternative dispute resolutions), darunter auch der Mediation.2 Diese gewann in den USA schnell an großer Bedeutung. Mittlerweile ist in bestimmten Verfah- rensarten – so z.B. in den meisten Staaten in Kindschaftssachen – eine außerge- richtliche Mediation durchzuführen, bevor der Gang zum Gericht möglich ist.3 In einigen Bereichen konnte sich die Mediation teilweise auch in Deutsch- land etablieren, insbesondere in Fällen von Trennung und Scheidung, bei Kon- flikten in Schulen, im öffentlichen Bereich und in der Wirtschaft.4 Familienme- diationen werden sowohl von freien Mediatoren als auch von einigen Jugendäm- tern und Beratungsstellen angeboten. Mit dem am 26. Juli 2012 in Kraft getrete- nen Mediationsgesetz wurden erstmals Rahmenbedingungen der Mediation im Gesetz normiert. I. Allgemeines 1. Der Begriff Mediation Der Begriff Mediation lässt sich zum einen auf das griechische Wort „medos“ zurückführen, das so viel wie „vermittelnd, unparteiisch, neutral“ bedeutet, zum 1 Hopt/Steffek/Hopt/Steffek, S. 7. 2 Vgl. Hehn, in: Haft/Schlieffen, S. 187. 3 Hehn, in: Haft/Schlieffen, S. 190; s. hierzu auch unten Teil 7.A. 4 Vgl. Hehn, in: Haft/Schlieffen,...

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