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Die Stellung des Kindes in auf Einvernehmen zielenden gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren in Kindschaftssachen

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Natalie Ivanits

Kindschaftsverfahren, Einvernehmen, Mediation. Aber wo bleibt das Kind? Rechtfertigt eine Einigung der Eltern das Absehen von der Kindesanhörung? Kann ohne die persönliche Beteiligung des Kindes die Wahrung seiner Interessen sichergestellt werden? In dieser Arbeit werden zum einen die rechtlichen Anforderungen an die Kindesanhörung untersucht, zum anderen humanwissenschaftliche Erkenntnisse aus der Scheidungsforschung und der Entwicklungspsychologie ausgewertet. Sinn und Zweck der Kindesbeteiligung sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Einvernehmen werden herausgearbeitet und schließlich Anforderungen an das Verfahren aufgestellt.

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Teil 7: Ausländische Modelle zur Beteiligung des Kindes

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Im Folgenden sollen einige ausländische Verfahrens- und Vermittlungsmodelle in Kindschaftssachen, sowie Regelungen zur Mediation – soweit vorhanden – dargestellt werden, wobei auf die Beteiligung des Kindes am Verfahren fokus- siert wird. In dem im Auftrag der Bundesregierung erstellten rechtsvergleichen- den Gutachten1 des Max-Planck-Institutes für ausländisches und internationales Privatrecht wird nur hinsichtlich amerikanischer Regelungen auf die Einbezie- hung des Kindes bei Mediationen eingegangen. Dies könnte darauf zurückzu- führen sein, dass in den meisten Rechtssystemen kaum gesetzliche Regelungen zur Einbeziehung des Kindes bei einer Mediation bestehen. Obwohl weltweit grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass die Perspektive des Kindes bei In- terventionen wegen Trennung oder Scheidung Berücksichtigung finden sollte, werden Kinder in der Praxis tendenziell eher nicht einbezogen. Es werden in den USA, Australien, England und Norwegen praktizierte Mo- delle dargestellt, wobei hinsichtlich der Einbeziehung von Kindern bei Mediati- onen insbesondere die Erfahrungen aus Australien bedeutsam sind, dank der Studien von Parkinson und Cashmore2 sowie von McIntosh u.a.3 Auch in Kana- da4 wird großer Wert auf die Einbeziehung des Kindes gelegt, aber es gibt kein einheitliches Modell. Selbst innerhalb der Staaten haben die Gerichtsbezirke verschiedene Methoden entwickelt und die verschiedenen Institute bevorzugen unterschiedliche Verfahrensweisen: mal wird ein Kindesvertreter oder Kinder- Interviewer hinzugezogen, der mit dem Kind spricht und den Eltern über das Gespräch Rückmeldung gibt, teils gibt es beratende Interventionen, Gutachten über die Stimme des Kindes, eine richterliche Kindesanhörung oder child- inclusive Mediation. 1 Hopt/Steffek, Mediation. Rechtstatsachen, Rechtsvergleich, Regelungen (2008). 2 Parkinson/Cashmore, The Voice...

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