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Versuche von Musikgeschichtsschreibung in Zeiten musikalischer Kanonbildung

Die Musikgeschichten von Sir John Hawkins, Charles Burney und Johann Nicolaus Forkel

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Christiane Vorster

Die Musikgeschichten von Hawkins, Burney und Forkel nehmen in der breitenwirksamen Vermittlung musikästhetischer Kategorien in der Aufklärungszeit einen zentralen Platz ein, da ihre Bücher explizit auf eine weite Leserschaft abzielen. Ziel des Buches ist es, Strömungen der damaligen Geschichtsschreibung zu untersuchen, nach dem möglichen Interesse einer Leserschaft von Musikgeschichten zu fragen, die möglichen Motivationen der Autoren herauszuarbeiten, ihre Erzähltechniken zu analysieren, die von ihnen propagierte Bedeutung der Musik für die Gesellschaft zu untersuchen sowie die Ergebnisse in die Entstehungsphase des musikalischen Kanons einzuordnen.

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B. Kontext

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I. Die musikalische Öffentlichkeit Die folgenden zwei Kapitel beschreiben die musikalische Öffentlichkeit57 in London und Göttingen während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Damit soll der kulturelle Rahmen umrissen werden, ohne den die Musikgeschichten von Hawkins, Burney und Forkel nicht in ihrem historischen Kontext zu verste- hen sind, prägte doch das jeweilige Umfeld maßgeblich das Musikverständnis der jeweiligen Autoren sowie ihrer Rezipienten (siehe Kapitel Kanon). Aus diesem Grund wird einerseits das Entstehen der öffentlichen Konzert- kultur nachgezeichnet, andererseits werden häusliche und private Rezeptions- formen von Musik beschrieben. Die Entwicklung der Musikkritik wird ebenso dargestellt wie unterschiedliche Orte der musikalischen Öffentlichkeit. Dabei werden auch die Gründe, die zur Ausprägung einer historischen Musikpflege führten, aufgespürt. All dies kann nicht ohne die Erwähnung gesamtgesellschaft- licher Zusammenhänge geschehen. Deshalb geben die folgenden Kapitel auch einen Einblick in soziale und politische Veränderungen der Zeit. Während die Universitätsstadt Göttingen stark von der ansässigen Professo- ren- und Studentenschaft geprägt ist, ist das Londoner Musikleben so vielgestal- tig wie die dort neben- und miteinander lebenden Bevölkerungsschichten. Da die Quellen- und Forschungslage zur Musikkultur in beiden Städten sehr unter- schiedlich ist, fallen die beiden Kapitel zu Göttingen und London im Umfang auch verschieden aus. Dennoch war die Autorin darum bemüht, eine gewisse Vergleichbarkeit zu garantieren, auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinzu- weisen und ähnliche Themengebiete zu behandeln. Entsprechend kürzer sind die Anmerkungen zur englischen Hausmusik und...

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