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Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Polen und Österreich

Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Edited By Boguslaw Dybas, Tomasz Kranz, Irmgard Nöbauer and Heidemarie Uhl

Diese Bestandsaufnahme der KZ-Gedenkstättenlandschaft in Österreich und Polen thematisiert die Geschichte, die gegenwärtige Situation und die Zukunftsperspektiven dieser Orte. Hintergrund ist die Herausforderung, vor der diese Gedenkstätten heute stehen: Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regimes rückt zunehmend in die Ferne, die Generation der Zeitzeugen ist kaum noch präsent. Für die Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus gewinnen daher die Orte, die Zeugnis davon ablegen, eine immer größere Bedeutung. Es sind aber neue Fragen an die Geschichte und neue Erinnerungsbedürfnisse, mit denen Gedenkstätten heute konfrontiert sind. Dem trägt die Neugestaltung von Museen und Ausstellungen, die derzeit etwa in Auschwitz, Majdanek, Stutthof und Mauthausen durchgeführt oder geplant werden, Rechnung. Die vergleichende Perspektive auf KZ-Gedenkstätten in Polen und Österreich ermöglicht neue Einblicke in die dynamischen Transformationsprozesse der historischen Orte der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.

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Der Kontext als Subtext — Versuch einer Verortung von Geschichtsdarstellungen

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1. Ebensee: Eine sehr kurze Geschichte der Entstehung einer Gedenkstätte1 Der oberösterreichische Ort Ebensee war zwischen 1943 und 1945 Standort eines Außenlagers des KZ Mauthausen, des so genannten „SS-Arbeitslagers Zement“. Nach dem Bombardement des Raketenforschungszentrums Pee­ nemünde im August 1943 sollte die nationalsozialistische Rüstungspro­ duktion unter Tag verlegt werden — in Ebensee wurden dafür von KZ-Häftlingen, zivilen Zwangsarbeiterinnen und Kriegsgefangenen Stol­ lenanlagen in den Berg getrieben. Das für 6000 bis 7000 Gefangene geplante Konzentrationslager wurde ab Anfang 1945 im Zuge so genannter „Evakuie­ rungstransporte“ aus Lagern weiter im Osten stetig überfüllt. Zusätzlich zu den gefährlichen Arbeitsbedingungen im Stollen wurden die Uberlebens­ bedingungen durch die Uberbelegung — ihren Höhepunkt erreichte sie mit etwa 18 500 Häftlingen — immer schlechter. Befreit wurde das Lager am 6. Mai 1945. Insgesamt wird die Zahl der in Ebensee gefangen gehalte­ nen Menschen auf ca. 27000 geschätzt, über 8000 starben aufgrund ihrer Haft. 1 Ausführlich in Magdalena Rest, Materialität und. „Gedächtnis“ — Die Arbeit einer Ge­ denkstätte am Beispiel des Verein Zeitgeschichte Museum und KZ- Gedenkstätte Ebensee, phil. Dipl. Wien 2012; siehe auch Marie Magdalena Rest, Das Zeitgeschichte Museum und der Gedenkstollen in Ebensee, in; Zeit-/Geschichte ausstellen in Österreich. Bestands­ aufnahme und Recherche, hrsg. von Dirk Rupnow / Heidemarie Uhl, Wien 2011; zur Geschichte des Konzentrationslagers Ebensee siehe Florian Freund, Arbeitslager Ze­ ment. Das Konzentrationslager Ebensee und die Raketenrüstung, W ien21991. 242 Marie Magdalena Rest Lange Zeit erinnerten vor Ort...

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