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Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Polen und Österreich

Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Edited By Boguslaw Dybas, Tomasz Kranz, Irmgard Nöbauer and Heidemarie Uhl

Diese Bestandsaufnahme der KZ-Gedenkstättenlandschaft in Österreich und Polen thematisiert die Geschichte, die gegenwärtige Situation und die Zukunftsperspektiven dieser Orte. Hintergrund ist die Herausforderung, vor der diese Gedenkstätten heute stehen: Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regimes rückt zunehmend in die Ferne, die Generation der Zeitzeugen ist kaum noch präsent. Für die Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus gewinnen daher die Orte, die Zeugnis davon ablegen, eine immer größere Bedeutung. Es sind aber neue Fragen an die Geschichte und neue Erinnerungsbedürfnisse, mit denen Gedenkstätten heute konfrontiert sind. Dem trägt die Neugestaltung von Museen und Ausstellungen, die derzeit etwa in Auschwitz, Majdanek, Stutthof und Mauthausen durchgeführt oder geplant werden, Rechnung. Die vergleichende Perspektive auf KZ-Gedenkstätten in Polen und Österreich ermöglicht neue Einblicke in die dynamischen Transformationsprozesse der historischen Orte der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.

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Video-Berichte der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers Stutthof als museumspädagogische Herausforderung

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Im folgenden Beitrag werden die wichtigsten Grundgedanken genannt, die bei der Entwicklung von didaktischen Konzeptionen auf der Grundlage von Videozeugnissen berücksichtigt werden müssen. Das Material dafür bilden Video-Berichte von ehemaligen Häftlingen des Konzentrationslagers Stutt- hof.Nicht konkrete Arbeitsmethoden oder praktische Vorschläge sind The- ma dieses Beitrags, sondern theoretische Überlegungen zum Thema Oral History. Ryszard Kapuściński, ein weltweit bekannter polnischer Schriftsteller, Journalist und Reporter, sagte einmal: „Je mehr Raum sich die Geschich­ te aneignet, desto weniger bleibt davon für das Individuum“1. Um dieser Wahrheit, die eine Grenze zwischen der (mentalen) Geschichtsschreibung und an historischen Prozessen teilnehmenden Menschen zu ziehen versucht, etwas entgegenzusetzen, begann das Museum Stutthof im Februar 2008 mit der Umsetzung des umfassend angelegten Videoprojektes „Letzte Zeugen“. Von den Gesetzen der Vergänglichkeit angetrieben und gleichzeitig fest da­ von überzeugt, dass die neutrale, trockene und eher unpersönliche Darstel­ lung eines Historikers durch die persönliche, manchmal durchaus subjektive Erzählperspektive eines Zeitzeugen ergänzt werden muss, machten es sich die Mitarbeiter der Gedenkstätte zur Aufgabe, die ehemaligen, noch leben­ den Häftlinge des Konzentrationslagers Stutthof aufzusuchen und sprechen zu lassen: 1 „Im więcej przestrzeni historia zagarnia dla siebie, tym mniej jej zostaje dla jednostki“; Ryszard Kapuściński, Rwący nurt historii. Zapiski o X X i X X I wieku [Der reißende Strom der Geschichte. Aufzeichnungen über das 20. und 21. Jahrhundert], Krakow 2008, S. 24. Die im Text vorkommenden Zitate wurden aus dem Polnischen ins Deu...

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