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Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Polen und Österreich

Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Edited By Boguslaw Dybas, Tomasz Kranz, Irmgard Nöbauer and Heidemarie Uhl

Diese Bestandsaufnahme der KZ-Gedenkstättenlandschaft in Österreich und Polen thematisiert die Geschichte, die gegenwärtige Situation und die Zukunftsperspektiven dieser Orte. Hintergrund ist die Herausforderung, vor der diese Gedenkstätten heute stehen: Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regimes rückt zunehmend in die Ferne, die Generation der Zeitzeugen ist kaum noch präsent. Für die Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus gewinnen daher die Orte, die Zeugnis davon ablegen, eine immer größere Bedeutung. Es sind aber neue Fragen an die Geschichte und neue Erinnerungsbedürfnisse, mit denen Gedenkstätten heute konfrontiert sind. Dem trägt die Neugestaltung von Museen und Ausstellungen, die derzeit etwa in Auschwitz, Majdanek, Stutthof und Mauthausen durchgeführt oder geplant werden, Rechnung. Die vergleichende Perspektive auf KZ-Gedenkstätten in Polen und Österreich ermöglicht neue Einblicke in die dynamischen Transformationsprozesse der historischen Orte der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.

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Wege nach Auschwitz: Eine statistische und soziologische Besucheranalyse

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1. Einführung Die Gedenkstätte, die auf dem Gelände des ehemaligen nationalsozialisti­ schen Konzentrationslagers Auschwitz entstand, wurde bereits in den ers­ ten Tagen nach dem 27. Jänner 1945 besucht. In meinem Beitrag sollen die meiner Ansicht nach wichtigsten Beweggründe für einen Besuch des ehema­ ligen Konzentrationslagers Auschwitz, die Herkunft der Besucher sowie die Ziele und Motivationen für deren Besuch dargestellt werden sowie weiters, was sie von einem solchen „Weg nach Auschwitz“ abhält. Die ersten, die das Lager sahen — keine Häftlinge, keine zur Vernich­ tung nach Auschwitz deportierten Juden, keine Zwangsarbeiter, keine Auf­ seher und keine Vertreter der mit dem Lager zusammenarbeitenden deut­ schen Firmen — waren dessen Befreier — die Soldaten der Roten Armee. Am 27. Jänner 1945 stießen sie auf Berge von Leichen jener Häftlinge, die die Befreiung nicht mehr erlebt hatten, sowie auf ungefähr 70001 Men­ schen, die noch am Leben waren und nicht in andere Lager evakuiert worden waren. Das einem Alptraum gleichende Bild wurde von devastierten Bara­ cken, unzähligen den Häftlingen geraubten Gegenständen, dem in der Luft hängenden Rauch der Reste der nicht zur Gänze verbrannten Lagerdoku­ mentation und den in die Luft gesprengten Ruinen der Gaskammern und Krematorien ergänzt. 1 Andrzej Strzelecki, Ewakuacja, likwidacja i wyzwolenie obozu [Evakuierung, Liquidie­ rung und Befreiung des Lagers], in: Auschwitz. Nazistowski obóz śmierci [Auschwitz. Nationalsozialistisches Todeslager], hrsg. von Franciszek Piper / Teresa Swiebocka, Oświęcim 1993, S. 270. 278 Andrzej Kacorzyk...

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