Show Less

Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Polen und Österreich

Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Edited By Boguslaw Dybas, Tomasz Kranz, Irmgard Nöbauer and Heidemarie Uhl

Diese Bestandsaufnahme der KZ-Gedenkstättenlandschaft in Österreich und Polen thematisiert die Geschichte, die gegenwärtige Situation und die Zukunftsperspektiven dieser Orte. Hintergrund ist die Herausforderung, vor der diese Gedenkstätten heute stehen: Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regimes rückt zunehmend in die Ferne, die Generation der Zeitzeugen ist kaum noch präsent. Für die Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus gewinnen daher die Orte, die Zeugnis davon ablegen, eine immer größere Bedeutung. Es sind aber neue Fragen an die Geschichte und neue Erinnerungsbedürfnisse, mit denen Gedenkstätten heute konfrontiert sind. Dem trägt die Neugestaltung von Museen und Ausstellungen, die derzeit etwa in Auschwitz, Majdanek, Stutthof und Mauthausen durchgeführt oder geplant werden, Rechnung. Die vergleichende Perspektive auf KZ-Gedenkstätten in Polen und Österreich ermöglicht neue Einblicke in die dynamischen Transformationsprozesse der historischen Orte der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Auschwitz im medialen Diskurs

Extract

1 Es ist schwierig, den Bereich der Schnittstelle der Medienwelt und der Ge­ denkstätte Auschwitz eindeutig zu definieren. Auf die Frage „Ist Ausch­ witz im medialen Diskurs präsent“ gibt es eine klare Antwort: Ja. Begin­ nen wir jedoch über den Umfang beziehungsweise die Reichweite dieser Präsenz nachzudenken, ist die Antwort bereits weniger klar. Was ist denn die Determinante beziehungsweise die Maßeinheit im medialen Diskurs? Die nackte Zahl, wie viele Informationen in den Medien zu finden sind? Das Vorkommen auf den ersten Seiten der Zeitungen und auf den Informa­ tionsservern? Die Reichweite oder die Geschwindigkeit der Informations­ verbreitung? Suchen wir mit Hilfe der Suchmaschine Google nach dem Stichwort „Auschwitz“, erhalten wir eine Vielzahl von Informationen in vielen Spra­ chen, in denen das Wort „Auschwitz“ enthalten ist. Und das sind nur jene Pressetexte, die wir mit Hilfe der Suchmaschine Google News finden kön­ nen. Hinzurechnen können wir jene Informationen aus Presse und elektro­ nischen Medien, die wir im Internet nicht finden können. Das bedeutet, dass heute — 67 Jahre nach der Befreiung des Lagers und nach dem En­ de des Zweiten Weltkriegs — „Auschwitz“, als Schlagwort verstanden, im gegenwärtigen öffentlichen Diskurs präsent ist. Dies fordert zu einer Reihe von Fragen heraus — beispielsweise: Mit welchen Informationen haben wir da zu tun? Inwieweit handelt es sich um eine vollwertige Informationsvermittlung mit Inhalt, inwieweit haben wir es ausschließlich mit einem medialen „Trägersymbol“ beziehungsweise mit 1 Dieser Beitrag basiert auf Informationen und der medialen Situation Mitte 2010....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.