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Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Polen und Österreich

Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Edited By Boguslaw Dybas, Tomasz Kranz, Irmgard Nöbauer and Heidemarie Uhl

Diese Bestandsaufnahme der KZ-Gedenkstättenlandschaft in Österreich und Polen thematisiert die Geschichte, die gegenwärtige Situation und die Zukunftsperspektiven dieser Orte. Hintergrund ist die Herausforderung, vor der diese Gedenkstätten heute stehen: Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regimes rückt zunehmend in die Ferne, die Generation der Zeitzeugen ist kaum noch präsent. Für die Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus gewinnen daher die Orte, die Zeugnis davon ablegen, eine immer größere Bedeutung. Es sind aber neue Fragen an die Geschichte und neue Erinnerungsbedürfnisse, mit denen Gedenkstätten heute konfrontiert sind. Dem trägt die Neugestaltung von Museen und Ausstellungen, die derzeit etwa in Auschwitz, Majdanek, Stutthof und Mauthausen durchgeführt oder geplant werden, Rechnung. Die vergleichende Perspektive auf KZ-Gedenkstätten in Polen und Österreich ermöglicht neue Einblicke in die dynamischen Transformationsprozesse der historischen Orte der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.

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Lern- und Gedenkort Hartheim — Lernen über Geschichte und Gegenwart

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Schloss Hartheim liegt 20 km westlich von Linz. 2003 wurde dort mit der Ausstellung „Wert des Lebens“ und der Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim (LGSH) eröffnet. Seitdem etablierte sich das Schloss Hartheim im In- und Ausland als ein Ort des Gedenkens und der Erinnerung, aber auch des Lernens über die Ge­ schichte und die Gegenwart. Neben der pädagogischen Arbeit sowie der Bildungsarbeit ist die wis­ senschaftliche und gesellschaftliche Auseinandersetzung sowie die Reflexi­ on über Folgewirkungen der nationalsozialistischen Euthanasie und Euge­ nik ein wichtiges Betätigungsfeld des Lern- und Gedenkorts. Gerade an ei­ nem Ort wie Hartheim, wo ethische Prinzipien durch die Ermordung von so genanntem „lebensunwerten Leben“ viele Jahre hindurch in ihr Gegen­ teil verkehrt wurden, ist es von besonderer Wichtigkeit, den gegenwärtigen Umgang mit behindertem Leben zu reflektieren und die Wahrung der Men­ schenwürde als die Grundlage unseres gesellschaftlichen Lebens zu betonen. Bedingt durch die gegenwärtige Entwicklungen im Bereich der Biomedizin sieht der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim daher auch eine zentra­ le Aufgabe darin, Impulse für die gegenwärtigen Diskussionen rund um Sterbehilfe, Präimplantationsdiagnostik und der diesen Diskussionen im­ manenten Debatten über den „Wert des Lebens“ zu geben. Im Folgenden soll ein kurzer historischer Abriss von Schloss Hartheim in der Zeit des Nationalsozialismus gegeben werden; der Schwerpunkt des Beitrags liegt jedoch darauf, das Konzept des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim mit seinem Versuch, Anknüpfungspunkte an die Gegenwart zu schaffen, näher...

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