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Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Polen und Österreich

Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Edited By Boguslaw Dybas, Tomasz Kranz, Irmgard Nöbauer and Heidemarie Uhl

Diese Bestandsaufnahme der KZ-Gedenkstättenlandschaft in Österreich und Polen thematisiert die Geschichte, die gegenwärtige Situation und die Zukunftsperspektiven dieser Orte. Hintergrund ist die Herausforderung, vor der diese Gedenkstätten heute stehen: Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regimes rückt zunehmend in die Ferne, die Generation der Zeitzeugen ist kaum noch präsent. Für die Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus gewinnen daher die Orte, die Zeugnis davon ablegen, eine immer größere Bedeutung. Es sind aber neue Fragen an die Geschichte und neue Erinnerungsbedürfnisse, mit denen Gedenkstätten heute konfrontiert sind. Dem trägt die Neugestaltung von Museen und Ausstellungen, die derzeit etwa in Auschwitz, Majdanek, Stutthof und Mauthausen durchgeführt oder geplant werden, Rechnung. Die vergleichende Perspektive auf KZ-Gedenkstätten in Polen und Österreich ermöglicht neue Einblicke in die dynamischen Transformationsprozesse der historischen Orte der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.

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„Was hat es mit mir zu tun?“ Das Vermittlungskonzept an der Gedenkstätte Mauthausen

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,. das KZ als Ort? Ortschaft, Landschaft, landscape, seascape — das Wort Zeitschaft sollte es geben, um zu vermitteln, was ein Ort in der Zeit ist, zu einer gewissen Zeit, weder vorher noch nachher. Heute verschweigen sie oft ebensoviel, wie sie vermitteln!“ (Ruth Klüger)1 1. Grundsätzliche Überlegungen Seit den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts ist die Frage nach der Darstellbarkeit der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zunehmend Thema von Studien und Tagungen geworden. Literaturwissenschaft­ ler/ innen, Historiker/innen, Soziolog/inn/en und Psycholog/inn/en haben die grundsätzliche Problematik erörtert, die der Versuch mit sich bringt, die monströsen historischen Ereignisse in eine kohärente Erzählung zu fassen2. Auch in Berichten von Überlebenden wie Primo Levi, Jean Amery und Ruth Klüger wird die Kluft zwischen der Realität der Verfolgten und unseren all­ täglichen Kategorien des Verstehens beschrieben3. Mit diesen komplexen Herausforderungen der Darstellung und Ver­ mittlung sehen sich auch die Gedenkstätten für die nationalsozialistischen 1 Ruth Klüger, weiter leben. Eine Jugend, Göttingen 1992, S. 78. 2 Zum Beispiel: James Young, Beschreiben des Holocaust. Darstellung und Folgen der In­ terpretation, Frankfurt am Main 1997; Michael Pollak, Die Grenzen des Sagbaren. Le­ bensgeschichten von KZ-Überlebenden als Augenzeugenberichte und als Identitätsarbeit, Frankfurt am Main 1988; Lawrence Langer, Holocaust Testimonies. ^>e Ruins o f Memo­ ry, Yale 1993. 3 Primo Levi, Ist das ein Mensch ? Ein autobiographischer Bericht, Frankfurt am Main 1992; Jean Amery, Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuche eines Überwäl­ tigten, München 1966; Kl...

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