Show Less

Webradio-Streamripping

Eine neue Form der Musikpiraterie?- Eine Untersuchung des urheberrechtlichen Rahmens für Webradios und der Schranke der Privatkopie

Series:

Aileen Prill

Neben Filesharing ist Streamripping, das Kopieren von gestreamten Inhalten, eine attraktive Quelle für kostenlose Musik geworden. Die Publikation widmet sich der Frage, ob diese Form des digitalen Kopierens ein Fall von Musikpiraterie ist, der schon de lege lata verboten ist oder zumindest de lege ferenda verboten gehört. Es wird am Beispiel Webradio untersucht, welche Verwertungsrechte, insbesondere der öffentlichen Wiedergabe (§§19a, 20 UrhG), für Streamingdienste zu lizenzieren sind. Zudem wird die Anwendbarkeit der Schranke der Privatkopie (§ 53 UrhG) auf Streamripping geprüft und im Lichte des urheberrechtlichen Dreistufentests und der EuGH-Rechtsprechung zum gerechten Ausgleich die Notwendigkeit ihrer Einschränkung diskutiert. Ein Regelungsvorschlag für § 53 UrhG wird entwickelt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Erster Teil: Technische Erfassung des Nutzungsvorgangs

Extract

Die verschiedenen Möglichkeiten der Interaktion zwischen Anbieter und Nutzer, welche in diesem Maße nur das Internet eröffnen kann, haben zu einer erheblichen Ausdifferenzierung von Online-Musikdiensten anhand der Wünsche der Nutzer bezüglich Programminhalt und Verfügbarkeit geführt. Eine juristische Würdigung der Nutzung von Musik im Webradio und der Verwendung von Aufnahmesoftware setzt daher Vorkenntnisse bezüglich der unterschiedlichen Webradio-Varianten und ihrer technischen Realisierung voraus. Ferner ist aufgrund der grenzüberschrei- tenden Natur des Mediums Internet zu prüfen, inwiefern Möglichkeiten bestehen, das Angebot geographisch zu beschränken. Beides ist nicht zuletzt deshalb von Bedeutung, weil die Webradio-Betreiber versucht sein können, Verantwortlich- keiten durch technische Lösungen umzuverteilen und hierdurch der juristischen Verfolgung zu entgehen.62 Dieser erste Teil erläutert daher die verschiedenen Erscheinungsformen und die technische Umsetzung von Webradio-Angeboten, Aufnahmesoftware und „Geo-Sperren“, um ein einheitliches Vorverständnis der technischen Grundlagen zu vermitteln. Kapitel 1: Webradio-Varianten In Bezug auf Online-Musikangebote spricht man von Internetradio, Webradio, Webcasting, Simulcasting, Podcasting, Downlaod, Streaming, Live-Streaming, Playlists, Pull- und Push-Diensten, Loop-Streams und On-Demand-Streams. Die Terminologie wird uneinheitlich verwendet bzw. ist teils austauschbar. Ziel die- ses Kapitels ist es, diese Sprachverwirrungen durch eine Erläuterung der gegen- wärtig gängigen Webradio-Varianten zu entflechten. Die hierbei vorgenommene Einteilung der Erscheinungsformen von Webradio erfolgt anhand des Grades der jeweiligen Einflussnahme von Anbieter und Nutzer auf Programmbeginn und 62 Man denke nur an die Weiterentwicklung des zentralen Peer-to-Peer-Systems von Napster zu dem von Gnutella genutzten dezentralen bzw. zu dem von KaZaA...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.