Show Less

Aktuelle Themen und Theoriediskurse in der Sozialen Arbeit

Series:

Edited By Nina Oelkers and Martina Richter

Dieser Sammelband widmet sich der Analyse gegenwärtiger Transformationsprozesse Sozialer Arbeit aus unterschiedlichen theoretischen Blickwinkeln. In den Beiträgen wird sich mit ausgewählten neuen oder neu thematisierten Begriffen, Konzepten und Theorienentwürfen beschäftigt, die Aufschluss geben können über eine reformulierte Funktionsbestimmung Sozialer Arbeit. Diese wird im Kontext aktueller Debatten um einen «Aktivierenden Sozialstaat» kritisch reflektiert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Gender und (Re)Genderisierung – eine geschlechtertheoretische Reflexion sozialpädagogischer Theorie und Praxis. Catrin Heite

Extract

Gender und (Re)Genderisierung – eine geschlechtertheoretische Reflexion sozialpädagogischer Theorie und Praxis Catrin Heite Mit dem sozialwissenschaftlichen Begriff Gender verbinden sich Theorie und Forschung zu Geschlecht als Strukturkategorie, zur sozialen Herstellung von Geschlecht, zu Geschlecht als subjektkonstituierender Dimension und als hand- lungsanleitendem Prinzip. Ausgehend von einer geschlechtertheoretischen Grundlegung, die zentrale Positionen und Thematisierungen skizziert, wird im Folgenden erstens die sozialpolitische Ebene hinsichtlich der Entstehung des so genannten Frauenberufs Soziale Arbeit als Teil von Sozialstaatlichkeit betrach- tet. Dabei wird entlang der politischen Frauenbewegungen und geschlechter- theoretischer Inhalte sowie deren Rolle in der Gestaltung des Sozialen die Ver- geschlechtlichung und weibliche Codierung sozialer Tätigkeiten in den Blick genommen, welche sich historisch und aktuell in der Verwobenheit von Frauen- und Sozialpolitik mit Sozialer Arbeit zeigt. Zweitens wird die Ebene des profes- sionellen Denkens und Handelns fokussiert, um die Relevanz von Geschlecht auf der Ebene sozialpädagogischer Programmatik zu diskutieren. Dies erfolgt anhand eines empirischen Hinweises zur Sichtweise einer Sozialarbeiterin auf die Dimension Geschlecht und Weiblichkeit in ihrem Berufsalltag in der Offe- nen Jugendarbeit. 1 Geschlechtertheoretische Grundlegung Im derzeitigen Alltagsverständnis von Geschlecht besteht die weitgehend unhin- terfragte Annahme, dass Menschen entweder männlich oder weiblich seien. Mit dieser Setzung verbunden ist eine mindestens implizite Vorstellung einer Biolo- gie von Zweigeschlechtlichkeit, also die ebenfalls weitgehend unhinterfragte Annahme, dass sich eine Biologie oder Natürlichkeit des Weiblichen und des Männlichen zum Beispiel anhand der äußeren Geschlechtsmerkmale, des Hor- monhaushalts oder der Gene eindeutig bestimmen ließe. Entgegen dieser sowohl alltäglich als...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.