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Aktuelle Themen und Theoriediskurse in der Sozialen Arbeit

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Edited By Nina Oelkers and Martina Richter

Dieser Sammelband widmet sich der Analyse gegenwärtiger Transformationsprozesse Sozialer Arbeit aus unterschiedlichen theoretischen Blickwinkeln. In den Beiträgen wird sich mit ausgewählten neuen oder neu thematisierten Begriffen, Konzepten und Theorienentwürfen beschäftigt, die Aufschluss geben können über eine reformulierte Funktionsbestimmung Sozialer Arbeit. Diese wird im Kontext aktueller Debatten um einen «Aktivierenden Sozialstaat» kritisch reflektiert.

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Soziale Arbeit und Paternalismus. Zur Rechtfertigbarkeit sozialarbeiterischer Intervention aus Perspektive des Capabilities Ansatzes. Holger Ziegler

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Soziale Arbeit und Paternalismus. Zur Rechtfertigbarkeit sozialarbeiterischer Intervention aus Perspektive des Capabilities Ansatzes1 Holger Ziegler 1 Einleitung Das Paternalismusproblem ist eines der zentralen Probleme der Sozialen Arbeit. Auch wenn sich in einigen Schriften, wie etwa in Micha Brumliks Klassiker zur Legitimierbarkeit sozialer Dienste (1992), Johannes Giesingers Dissertation zum pädagogischen Paternalismus (2005, vgl. auch Giesinger 2007) oder Ulrich Steckmanns Analyse zum Verhältnis von Autonomie und Adaptivität (2008), fundierte Auseinandersetzungen mit diesem Problem finden, hat die Soziale Ar- beit eine explizite Auseinandersetzung mit ihrem politisch-moralischen Kardi- nalproblem weitgehend vermieden. In zahlreichen Texten der Sozialen Arbeit findet sich die Tendenz, bestimm- te Eingriffe als „paternalistisch“ zu etikettieren, die als in unangemessener Wei- se bevormundend wahrgenommen werden, oder es werden Strategien kritisiert, in denen die Soziale Arbeit zwar bemüht sein mag, Lebensaussichten ihrer Adressat/innen zu erhöhen, dabei aber dazu tendiert „teilhabeförderliche“ Hal- tungen und Verhaltensweisen als individuelle Pflicht der Adressat/innen einzu- fordern. Solche Strategien sind ebenso virulent wie kritikwürdig, aber sie ent- sprechen nicht notwendigerweise dem, was als Paternalismus im engeren Sinne zu verstehen ist. In analytischer Perspektive meint Paternalismus die Einschrän- kung bestimmter Komponenten der Freiheit von Akteur/innen in deren eigenem Interesse, oder, wie es Peter Suber 1999: 632) formuliert: „to act for the good of another person without that person’ s consent“. Der dabei vorgenommene Ein- griff in die Autonomie von Personen gilt dann als in problematischer Weise pa- ternalistisch, wenn es bei den betroffenen Akteur/innen um Personen geht, de- nen zum Zeitpunkt der...

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