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Quotale Gesellschafterhaftung

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Katharina Engels

Die Arbeit befasst sich mit der quotalen Haftung der Gesellschafter einer Publikumspersonengesellschaft, insbesondere einer Fonds-GbR. Im Fall einer betragsmäßigen Begrenzung der Haftung sind die Anleger besser gestellt als bei einer nur prozentualen Haftungsbeschränkung. Die Haftungsquoten sind stets an dem durch Tilgungsleistungen der Gesellschaft und Verwertungserlöse gesunkenen aktuellen Stand der Gesellschaftsverbindlichkeit zu bemessen. Die Gläubiger können wählen, ob sie als erstes Gesellschafter persönlich in Anspruch nehmen oder die Zwangsvollstreckung in das Fondsgrundstück betreiben. Befriedigt ein Gesellschafter den Gläubiger im Umfang seiner Haftungsquote an der aktuellen Verbindlichkeit, geht die Gläubigerforderung gemäß § 774 Abs. 1 S. 1 BGB analog in entsprechendem Umfang auf den Gesellschafter über. Da die quotal beschränkte Haftung der Anleger bewirkt, dass sie nur als Teilschuldner für die Gesellschaftsverbindlichkeiten haften, bestehen ähnlich wie bei der Partenreederei und der Wohnungseigentümergemeinschaft grundsätzlich keine Freistellungs- und Rückgriffsansprüche der Anleger untereinander.

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Kapitel 1 - Die Entwicklung in Lehre und Rechtsprechung zu den Fragen der Struktur und der Haftungsverfassung der Gesellschaft bürgerlichen Rechts

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29 Kapitel 1 - Die Entwicklung in Lehre und Recht- sprechung zu den Fragen der Struktur und der Haftungsverfassung der Gesellschaft bürgerlichen Rechts Die GbR verkörpert zwar die Grundform aller Personengesellschaften,44 dies bedeutet aber keineswegs, dass damit die entscheidenden Fragen nach ihrem Wesen und ihrer Verfassung abschließend geklärt wären. Insbesondere ab den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts bis in den Anfang des neuen Jahrtau- sends hinein gab es wiederholt heftige Kontroversen hinsichtlich der Fragen nach ihrer Rechtsnatur und Haftungsverfassung. Die §§ 705 ff. BGB konnten im Rahmen der Diskussion aufgrund ihres zum Teil nur geringen Regelungsgehalts oftmals keine Antworten liefern.45 Im Vergleich zu seiner früheren Rechtsprechung hat der BGH in den letzten Jahrzehnten sein Verständnis vom Wesen der GbR und der persönlichen Haf- tung der BGB-Gesellschafter gegenüber den Gesellschaftsgläubigern grundle- gend gewandelt. Der weit überwiegende Teil der Literatur, in der vornehmlich bereits zuvor ein anderes Verständnis von der Rechtsnatur und der Haftungs- verfassung der GbR herrschte,46 bewertet den durch BGHZ 142, 315 und BGHZ 146, 341 vollzogenen Wandel in der Rechtsprechung des BGH grundsätz- lich positiv.47 44 Fauser, S. 83; Reiff, NZG 2000, 281. 45 Vgl. Fauser, S. 83; Flume, ZHR 136 (1972), 177, 178; Anm. K. Schmidt, JuS 1997, 752. 46 Vor dem Rechtsprechungswandel gingen unter anderem bereits von einer Rechtsfä- higkeit der GbR aus: Aderhold, S. 157 ff.; Dauner-Lieb, DStR 1999, 1992, 1996 f.; Flu- me, Die Personengesellschaft, § 4 II, S. 54 ff.; Kirberger,...

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