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Quotale Gesellschafterhaftung

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Katharina Engels

Die Arbeit befasst sich mit der quotalen Haftung der Gesellschafter einer Publikumspersonengesellschaft, insbesondere einer Fonds-GbR. Im Fall einer betragsmäßigen Begrenzung der Haftung sind die Anleger besser gestellt als bei einer nur prozentualen Haftungsbeschränkung. Die Haftungsquoten sind stets an dem durch Tilgungsleistungen der Gesellschaft und Verwertungserlöse gesunkenen aktuellen Stand der Gesellschaftsverbindlichkeit zu bemessen. Die Gläubiger können wählen, ob sie als erstes Gesellschafter persönlich in Anspruch nehmen oder die Zwangsvollstreckung in das Fondsgrundstück betreiben. Befriedigt ein Gesellschafter den Gläubiger im Umfang seiner Haftungsquote an der aktuellen Verbindlichkeit, geht die Gläubigerforderung gemäß § 774 Abs. 1 S. 1 BGB analog in entsprechendem Umfang auf den Gesellschafter über. Da die quotal beschränkte Haftung der Anleger bewirkt, dass sie nur als Teilschuldner für die Gesellschaftsverbindlichkeiten haften, bestehen ähnlich wie bei der Partenreederei und der Wohnungseigentümergemeinschaft grundsätzlich keine Freistellungs- und Rückgriffsansprüche der Anleger untereinander.

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Kapitel 4 - Die Verwertungsreihenfolge bei einer möglichen Vollstreckung in das Fondsgrundstück und in das Privatvermögen der Gesellschafter

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195 Kapitel 4 - Die Verwertungsreihenfolge bei einer möglichen Vollstreckung in das Fondsgrundstück und in das Privatvermögen der Gesellschafter Zusätzlich zu der kraft Gesetzes bestehenden persönlichen Gesellschafterhaf- tung lassen sich die Gläubigerbanken regelmäßig zur Sicherung ihrer Darle- hensrückzahlungsansprüche gegen die Fondsgesellschaften dingliche Sicherhei- ten an den Fondsgrundstücken einräumen. Hierbei handelt es sich in der Regel um Grundschulden.898 Dies hat zur Folge, dass eine kreditgebende Bank, die ihren Anspruch gegen die Gesellschaft nicht (in voller Höhe) durchsetzen kann, in das Fondsgrund- stück vollstrecken und/oder die Anlagegesellschafter persönlich in Anspruch nehmen kann. A. Die Auswirkungen der Verwertungsreihenfolge auf das Insolvenzrisiko Wenn die Gläubigerbank als erstes in das Grundstück der Gesellschaft voll- streckt, reduziert sich zunächst die Gesellschaftsverbindlichkeit um den Betrag des Versteigerungserlöses abzüglich der Kosten der Zwangsvollstreckung. An- schließend kann die Bank die Anleger persönlich in Höhe ihrer jeweiligen Quote an der Restverbindlichkeit in Anspruch nehmen. Diese Vollstreckungsreihenfol- ge ist unproblematisch.899 Kompliziert wird es hingegen, wenn die Bank einige Anleger persönlich in Anspruch nimmt und erst dann auf das Fondsgrundstück zugreift. Denn in die- sem Fall verlagert sie das Risiko eines insolvenzbedingten Ausfalls von einzel- nen Gesellschaftern auf die noch zahlungsfähigen Gesellschafter.900 898 Vgl. BGHZ 188, 233, 235; BGH, NZG 2011, 580; BGH, NZG 2011, 1023. 899 Vgl. Loddenkemper, ZfIR 2006, 707, 714. 900 Barchewitz, MDR 2007, 1176, 1178; Klimke, WM 2010, 492, 497; Loddenkemper, ZfIR 2006,...

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