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Weißbuch zur strategischen Neuausrichtung des Österreichischen Bundesheeres- oder: New Military Governance 2015

Alfred Kyrer and Michael Alexander Populorum

Wie kann man eine Organisation wie das Österreichische Bundesheer umbauen, neu denken, ohne dass man das Kind mit dem Bad ausschüttet? Wie kann die Performance gesteigert und das ÖBH zu einem Vorzeige-Modell im In- und Ausland entwickelt werden? Wo muss endlich wieder investiert werden? Vorgestellt werden eine handlungsorientierte Governance-Plattform als kybernetisches Werkzeug zur Reorganisation und Steuerung komplexer Organisationen, ein Governance-Rad und dessen zwölf Werttreiber zur Überprüfung von Investitionsentscheidungen, acht neue Berufsfelder als New Business sowie als Entscheidungshilfe für die Politik, 25 optionale Reformansätze und ein Masterplan mit dem Zeithorizont 2015 als Garant für den Umsetzungserfolg. Denn internationale Erfahrungen haben gezeigt: Politiker kommen und gehen, Masterpläne bleiben!

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3 Das ÖBH als staatliche Organisation

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3.1 Eine Zeitreise durch die Geschichte des ÖBH 3.1.1 Vom Kriegsende 1945 bis zum Staatsvertrag 1955 Schon wenige Monate nach Kriegsende 1945 hatte Karl Renner im einstigen Militärkasino im Haus am Schwarzenbergplatz Nr.1, wo heute noch die Offi- ziersgesellschaft ihren Sitz hat, ein „Heeresamt“ eingerichtet. Es sollte einerseits die Demobilisierung der deutschen Wehrmacht auf österreichischem Staatsgebiet durchführen, andererseits aber auch die ersten Vorbereitungen zur Aufstellung von österreichischen Streitkräften treffen. Das Heeresamt wurde jedoch sogleich von den Alliierten verboten.31 In geheimen Gesprächen verabredete daraufhin VP-Kanzler Leopold Figl mit dem letzten Generalstabschef vor 1938, General Alfred Jansa, dieser möge an die Spitze des Heeres treten, wann immer das sein werde. Das dauerte aber – obwohl es schon 1947 einen Vorentwurf zum späteren Staatsvertrag gab, wie uns die Proto- kolle des Ministerrates dankenswerterweise wissen lassen. In diesem Jahr verwar- fen die Minister – ebenfalls einhellig – die Idee eines Berufsheeres. Das wäre ja eine „Söldnerarmee“, argumentierten die SP-Vertreter, so etwas komme überhaupt nicht in Frage: Habe man aus dem Bürgerkrieg 1934 gar nichts gelernt, als das (kleine) Berufs-Bundesheer die Sozialdemokraten beschossen hatte? Also warteten die Österreicher. Irgendwann müsse es ja doch zu einem Frie- densvertrag zwischen den Siegermächten und dem kleinen Österreich kommen. Sie warteten von 1945 bis 1955. Aber sie blieben nicht untätig: Wenn schon keine Armee, dann eben ein gut trainiertes, gut gerüstetes Gendarmeriekorps als Kern für ein späteres stehendes Heer. Eine „Bereitschafts“-Truppe, verschleiernd „B-Gendarmerie“ bezeichnet. Am 28....

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