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Trennungsoperationen siamesischer Zwillinge

Eine Untersuchung des deutschen, englischen und australischen Strafrechts

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Kathrin Wolf

Die operativen Trennungen siamesischer Zwillinge durch Ärzte fordern nicht nur die medizinische Wissenschaft heraus, sondern auch die Rechtswissenschaft. Sie zwingen zur Aufarbeitung zahlreicher theoretischer Ansätze in Rechtsprechung und Wissenschaft. Viele Trennungsoperationen sind rechtlich unstreitig. Trennungsoperationen bei Zwillingen, die ein lebenswichtiges Organ teilen und zum Tod des einen Zwillings führen, sind jedoch moralisch, ethisch und rechtlich sehr komplex. In jüngster Vergangenheit haben Richter in zwei Urteilen – der englische Fall Re A (children) (conjoined twins: surgical separation) [2000] 4 All ER 961 und der australische Fall State of Queensland v Alyssa Nolan & Anor [2001] QSC 174 – entschieden, dass Trennungsoperationen siamesischer Zwillinge nicht gegen das Strafrecht verstoßen, selbst wenn einer der Zwillinge bei der Operation stirbt. Deutsche Gerichte haben sich mit diesen Fällen noch nicht befassen müssen. Der besondere Anreiz dieser Arbeit besteht in der Gegenüberstellung von deutschem, englischem und australischem Strafrecht und Rechtsprechung und einer möglichen Antwort auf die Frage, wie das deutsche Recht auf Trennungsoperationen reagieren kann.

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Vorwort

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Die vorliegende Abhandlung wurde im Wintersemester 2011/2012 an der Uni- versität Bielefeld als Dissertation angenommen. Die rechtliche Lösung von Trennungsoperationen siamesischer Zwillinge fordert die Rechtswissenschaft heraus und zwingt zur Aufarbeitung zahlreicher theoretischer Ansätze in der Rechtsprechung und Wissenschaft. Ein besonderer Anreiz besteht in der Gegen- überstellung von deutschem, englischem und australischem Strafrecht, wobei zwei Fälle jeweils durch Urteil in England und Australien entschieden wurden. Mein besonderer Dank gilt zu allererst meinem Doktorvater, Herrn Prof. Dr. Wolfgang Schild, der mir wertvolle Hinweise bei der Bearbeitung und Gestal- tung dieser Arbeit gegeben hat. Herr Prof. Dr. Schild hatte immer ein offenes Ohr für neue Ansätze und Ideen und aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen in Rechtwissenschaft, Rechtsgeschichte und Ethik gewährleistete er, dass ein brei- tes Spektrum an juristischer und philosophischer Darstellungen und Ansätze in die Arbeit einfließen konnte. Besonders danken möchte ich Herrn Prof. Dr. Schild für die interessanten und kompetenten Gespräche, die ich zu verarbeiten versucht habe. Danken möchte ich auch Herrn Prof. Dr. Ransiek für die Erstellung des Zweitgutachtens. Seine Anregungen und faire Kritik waren mir ebenfalls eine große Hilfe bei der Überarbeitung zur Veröffentlichung dieser Arbeit. Dank in besonderem Maße gebührt meinen allerliebsten Eltern, denn nur mit ihrem Beistand war es mir möglich, diese Arbeit zu fertigen. Meinem Vater danke ich für die unzählichen Stunden der Diskussion über die medizinischen Aspekte bei Trennungsoperationen, meiner Mutter für die Unterst...

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