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Medien, Macht und Metropolen

Politische Kommunikation in der Großstadt

Edited By Marco Althaus, Gerhard Göhler and Cornelia Schmalz-Jacobsen

Kiez- und Kommunalpolitik im Kleinen, hohe Symbolwirkung und nationale Schrittmacherfunktion andererseits: Zwischen diesen Polen kämpfen Politiker der Großstädte um Mehrheiten und Aufmerksamkeit. Die vom OSI-Club organisierte Ringvorlesung «Medien, Macht und Metropolen» widmete sich der Idee der Metropole, ihren Bedingungen von Öffentlichkeit und politischer Kommunikation. Wissenschaftler, Journalisten, Politiker und Politikberater diskutieren: Was macht eine Metropole zum Knotenpunkt der Kommunikation? Welche Themen bewegen die Großstädter in Deutschland, Europa und weltweit? Was macht eine Großstadtpartei aus, mit welchen Strategien wird Großstadtwahlkampf geführt? Welchen Einfluss haben Bürgerinitiativen und Bürgerbeteiligung? Wie berichten Lokaljournalisten und Auslandskorrespondenten aus und über Groß- und Hauptstädte?

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Crisis City: Die Krise der amerikanischen Stadt MARGIT MAYER

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1 n Baltimore fand Mitte Juni 2011 die Jahrestagung der „United States Conference of Mayors“ in Baltimore statt. Das ist die offizielle, par- teiübergreifende Organisation aller 1.210 amerikanischen Städte mit mehr als 30.000 Einwohnern, die jeweils durch ihren Bürgermeister vertreten sind. Die Versammlung verabschiedete eine Resolution, in der die umgehende Beendigung der Kriege in Irak und Afghanistan gefordert und der Kongress aufgefordert wird, die 126 Milliarden Dollar, die diese Kriege jährlich verschlingen, für dringendere Erfordernisse im eigenen Land einzu- setzen. Antonio Villaraigosa, Bürgermeister von Berlins Partnerstadt Los Angeles, der zum neuen Vorsitzenden der kommunalen Spitzenvereinigung gewählt wurde, sagte, es könne nicht angehen, dass wir in Bagdad und Kandahar Brücken bauen, während sie in den amerikanischen Städten ka- putt gehen. Das Geld werde dringend an der Heimatfront gebraucht, um hier Arbeitsplätze zu schaffen, die Infrastruktur zu erneuern und nachhaltige Energien zu entwickeln (Cooper 2011b; Simon/Linthicum 2011). Dass sich die amerikanischen Bürgermeister zur Außenpolitik äußern, ist sehr selten. Es reflektiert nicht nur die zunehmende Kriegsmüdigkeit der Nation, sondern v.a. die wachsende Sorge über weitere den Städten bevor- stehende massive Kürzungsrunden, die den bereits seit Jahren unter extre- men Sparzwängen agierenden Bürgermeistern demnächst von Washington zugemutet werden. Die Städte sind in der Folge des Immobilien- und Bankencrash 2006-08 und der dadurch ausgelösten Rezession in eine neue Finanzkrise geraten. Im Vergleich zur amerikanischen Stadtkrise der Sechziger und frühen Siebzi- gerjahre...

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