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Medien, Macht und Metropolen

Politische Kommunikation in der Großstadt

Edited By Marco Althaus, Gerhard Göhler and Cornelia Schmalz-Jacobsen

Kiez- und Kommunalpolitik im Kleinen, hohe Symbolwirkung und nationale Schrittmacherfunktion andererseits: Zwischen diesen Polen kämpfen Politiker der Großstädte um Mehrheiten und Aufmerksamkeit. Die vom OSI-Club organisierte Ringvorlesung «Medien, Macht und Metropolen» widmete sich der Idee der Metropole, ihren Bedingungen von Öffentlichkeit und politischer Kommunikation. Wissenschaftler, Journalisten, Politiker und Politikberater diskutieren: Was macht eine Metropole zum Knotenpunkt der Kommunikation? Welche Themen bewegen die Großstädter in Deutschland, Europa und weltweit? Was macht eine Großstadtpartei aus, mit welchen Strategien wird Großstadtwahlkampf geführt? Welchen Einfluss haben Bürgerinitiativen und Bürgerbeteiligung? Wie berichten Lokaljournalisten und Auslandskorrespondenten aus und über Groß- und Hauptstädte?

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Aus Berlin für Berlin: Strategien des Lokaljournalismus MARIUS SCHNEIDER

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1 as uns Zeitungsleute wirklich im Moment bewegt, ist nicht die abstrakte „Zeitung der Zukunft“. Nicht einmal so sehr die schöne Frage „Bildschirm oder Papier?“ Was uns be- schäftigt, ist Zeit. Die Zeit ist der Ort, an dem wir uns als Medienmacher bewegen. An diesem Ort entscheidet sich, ob wir Erfolg haben mit dem, was wir tun – oder nicht. Statistiken und Rankings über Mediennutzung zeigen, mit welchen Medien Menschen ihre Zeit verbringen. Ganz oben steht immer noch das Fernsehen mit derzeit durchschnittlich etwa 200 Minuten. Ähnliche Werte hat auch das Radio, dann kommt mit 95 Minuten das Internet. Die Zeitungen liegen mit durchschnittlich 18 Minuten weit darunter. Wir wissen natürlich, dass man nebenbei fern sehen oder Radio hören kann, während nebenbei Zeitung lesen schwierig ist. Darum sind die Minutenvergleiche etwas problematisch. Ebenso ist bekannt, dass die Werte für manche Zeitungen deutlich höher liegen – gerade bei Regionalzeitungen wie der Berliner Morgenpost. Aber in jedem Fall gilt: Im Wettbewerb um die Zeit der Menschen haben Zeitun- gen deutlich eingebüßt, und dieser Marktplatz wird immer schwieriger und immer umkämpfter. Die Entwicklungslinien sind eindeutig. Von 2002 bis 2010 ist der Anteil des Internets an der Mediennutzung von 8 auf 18 Prozent gestiegen. Das Inter- net ist der einzige Medienbereich, der wirklich ein Wachstum zeigt. Auch das Fernsehen musste Federn lassen, vor allem aber die gedruckten Medien. Die Entwicklung wirkt noch etwas dramatischer, wenn man sich den länge- ren Zeitraum seit 1970 ansieht. Denn das...

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