Show Less

Die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes – Arbeitnehmerüberlassung in Italien und Deutschland im Rechtsvergleich

Series:

Anna Ricarda Gerlach

Die Arbeitnehmerüberlassung hat in den vergangenen Jahrzehnten als flexibles personalpolitisches Instrument in Europa immer größere Bedeutung gewonnen. Vor allem nach den Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes im Jahre 2011 und den damit verbundenen neu aufgeworfenen Fragen ist sie in Deutschland weiterhin brandaktuell. Auch in Italien hat die Regelung der Arbeitnehmerüberlassung zahlreiche Reformen erfahren, ausgehend von der Biagi-Reform im Jahr 2003 bis zur Riforma Fornero im Jahr 2012. Die Verfasserin vergleicht das Regelungssystem beider Länder unter Herausarbeitung der Frage, inwieweit die zahlreichen Arbeitsmarktreformen in den vergangenen etwa 15 Jahren dem auf europäischer Ebene erarbeiteten Konzept der Flexicurity Rechnung tragen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

§ 1 Einleitung

Extract

I. Gegenstand und Ziel der Untersuchung Die Arbeitsmarktpolitik der vergangenen Jahrzehnte in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien, war geprägt von einem Deregulierungs- und Flexibilisie- rungskurs. Dabei blieb allerdings die wichtige Frage der sozialen Sicherheit der Arbeitnehmer weitgehend unberücksichtigt. Diese Politik führte zwar einerseits zu größerer Flexibilität1 auf Seiten der Arbeitgeber/innen2, vor allem durch den An- stieg atypischer Arbeitsverhältnisse. Kennzeichnend für die Phase war die Flexibi- lisierung der Arbeitsverhältnisse durch Deregulierung besonders in der Branche der Leiharbeit – in Deutschland im Rahmen der Hartz-Reformen3 und in Italien beginnend mit dem Gesetz Nr. 196 vom 24.6.19974 (sog. Pacchetto Treu)5. An- dererseits ging damit ein Anstieg der Probleme im Bereich der sozialen Sicher- heit, wie z.B. die Ausweitung des Niedriglohnsektors, oder im Bereich der Ge- sundheit einher.6 Die Entwicklungen zeigen ein wachsendes Ungleichgewicht zwischen den beiden Komponenten, dem das auf europäischer Ebene erarbeitete Konzept der Flexicurity Rechnung tragen sollte.7 1 Einzelheiten zu den verschiedenen Facetten der Flexibilität bei Ferraro, Tipologie di lavoro flessibile, S. 1 ff. 2 Der Einfachheit halber wird im Folgenden auf die gleichberechtigte Nennung der weiblichen „Arbeitnehmer“ bzw. „Arbeitgeber“ verzichtet. Werden diese in der maskulinen Form aufge- führt, sind selbstverständlich „Arbeitnehmerinnen“ bzw. „Arbeitgeberinnen“ mit umfasst. 3 Weinkopf/Vanselow, (Fehl-) Entwicklungen in der Zeitarbeit, S. 4; Schmid, Il lavoro non stan- dard. Riflessioni nell’ottica dei mercati transizionali del lavoro, DRI 2011, Nr. 1, 1, 2. 4 Verkündet in der Gazzetta Ufficiale (im Folgenden: G.U.) Nr. 154 vom 4.7.1997,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.