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Die ontologische Wende der Hermeneutik

Heidegger und Gadamer

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Wei-Ding Tsai

Kernpunkt dieser Arbeit ist die ontologische Wende der Hermeneutik und ihre Bedingungen der Möglichkeit. Die Hauptthese ist: Die ontologische Wende beginnt zwar mit Heidegger, wird aber von Gadamer vollbracht. Sie vollendet sich nicht beim frühen Heidegger, weil er nur die Einheit von Sein und Verstehen klar erschließt, aber das Wesen der Sprache nicht ausreichend erklärt. Sie vollendet sich auch nicht beim späten Heidegger, weil er zwar die Einheit von Sein und Sprache bestätigt, aber das individuelle Verstehen ausschließt. Durch Gadamers Interpretation der Phronesis gilt seine philosophische Hermeneutik als das faktische Ergebnis der ontologischen Wende der Hermeneutik, und auch als eine verbesserte Theorienversion der Heideggerschen Hermeneutik(en) in der Geschichte der Hermeneutik.

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Abschnitt III. Die Vollendung der ontologischen Wende der Hermeneutik und ihr Ausblick

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5. Schluss: Gadamer als eine alternative Horizontverschmelzung von ‚beiden Heideggern‘ 5.1 Gadamers gesamte Heidegger-Rezeption und das Problem ihrer inneren Konsistenz Bei der ontologischen Wende der Hermeneutik geht es um die Themen Sein, Verstehen und Sprache. Daher lässt sie sich methodologisch jeweils aus drei Perspektiven betrachten, näm- lich: aus der ontologischen, der erkenntnistheoretischen und der sprachphilosophischen Perspektive. Diese ontologische Wende selbst geht aber von einem bestimmten theoreti- schen Standpunkt aus, der Sein, Verstehen und Sprache phänomenologisch miteinander verbindet und auf ihrer ontologischen Einheit besteht. Man kann sogar sagen, dass es sich hier um die Ontologie überhaupt handelt, die die Seinsweisen von Ding, Mensch und Spra- che aufzuklären versucht. Daher darf sich die Untersuchung dieser Wende nicht einseitig nur mit einem der drei Themen auseinandersetzen. Dennoch wurde die hinter der ontologischen Wende liegende Sprachanschauung bisher oft missverstanden oder sogar leicht übersehen. Deswegen haben wir sie zuerst konzentriert bearbeitet – wenngleich wir selbstverständlich nicht umhin konnten, die beiden anderen Perspektiven nebenbei auch zu erwähnen. (siehe Kap. 2) Durch die Kenntnisnahme jener Sprachanschauung haben wir eine geeignete Basis für die weitere Betrachtung der ontologischen Wende gewonnen, welche deren Vorstufe zugleich geschichtlich und systematisch analysiert. Das heißt: Die Gedanken des frühen Hei- degger und des späten Heidegger werden aus der Sicht der Geschichte der Hermeneutik erörtert, damit wir sehen können, inwiefern sie Einfluss auf die ontologische Wende der Hermeneutik ausgeübt haben. (siehe Kap. 3 und 4) Das Ergebnis, das wir bei der Er...

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