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Archetypen, Artefakte

Komparatistische Beiträge zur kulturellen und literarischen Repräsentation von Tieren

Edited By Alena Diedrich, Julia Hoffmann and Niels Penke

Wie werden Tiere in der Literatur dargestellt? Welche spezifischen Funktionen übernehmen sie in verschiedenen kulturellen Traditionen? Wie differieren ihre Darstellungen in unterschiedlichen Medien? Am Beispiel prominenter Tierfiguren sowie an bis dato eher unberücksichtigten Tiergattungen werden kultur- und literaturhistorische Prozesse untersucht und auf ihre Mechanismen befragt. Dabei wird besonders auch ein Blick auf die historische Entwicklung bestimmter Tiere und ihre spezifischen literarischen Repräsentationen geworfen. Der komparatistische Band sondiert zum einen Fragestellungen aus dem Bereich der Cultural and Literary Animal Studies und beleuchtet darüber hinaus einzelne Stationen der Forschung am Beispiel unterschiedlicher Textgattungen – von der Naturkunde bis zum Manga, von der populären Kinder- und Jugendliteratur bis hin zu kanonischen Texten der Weltliteratur.

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Der Kraken. Ein maritimer Mythos und seine Vorgeschichte in der alt-nordischen Kryptozoologie: Matthias Teichert

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Der Kraken. Ein maritimer Mythos und seine Vorgeschichte in der alt- nordischen Kryptozoologie � Matthias Teichert � � I. Der 1851 erschienene Roman Moby-Dick or The Whale von Herman Melville enthält ein Kapitel, das im amerikanischen Original Squid! betitelt ist und die Begegnung des Walfangschiffes ‚Pequod‘ mit einem gigantischen Seeungeheuer in den Gewässern vor Java schildert. Die Beschreibung des Ungetüms liest sich folgendermaßen: [...] we now gazed at the most wondrous phenonemon which the secret seas have hitherto revealed to mankind. A vast pulpy mass, furlongs in length and breadth, of a glancing creme-color, lay floating on the water, innumerable long arms radiating from its center, and curling and twisting like a nest of anacondas, as if blindly to clutch at any hapless object within reach. No perceptible face or front did it have; no conceivable token of either sensation or instinct; but undulated there on the billows, an unearthly, formless chance-like apparition of life.1 � Anschließend lässt Melville seinen Ich-Erzähler, den Matrosen Ishmael, von der Rolle des Kraken in der Mythologie der Walfänger und vom Wissensstand der damaligen zoologischen Forschung berichten: der squid sei das größte Tier der Meere, über seine äußere Gestalt und Lebensweise sei jedoch kaum etwas be- kannt und es gebe nicht viele Zeugen, die nach einer Begegnung mit dem Unge- heuer anschließend noch darüber berichten konnten. Es sei davon auszugehen, dass der squid in der Tiefsee wilde Kämpfe mit dem Pottwal austrage, dem er 1 Herman Melville:...

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