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Archetypen, Artefakte

Komparatistische Beiträge zur kulturellen und literarischen Repräsentation von Tieren

Edited By Alena Diedrich, Julia Hoffmann and Niels Penke

Wie werden Tiere in der Literatur dargestellt? Welche spezifischen Funktionen übernehmen sie in verschiedenen kulturellen Traditionen? Wie differieren ihre Darstellungen in unterschiedlichen Medien? Am Beispiel prominenter Tierfiguren sowie an bis dato eher unberücksichtigten Tiergattungen werden kultur- und literaturhistorische Prozesse untersucht und auf ihre Mechanismen befragt. Dabei wird besonders auch ein Blick auf die historische Entwicklung bestimmter Tiere und ihre spezifischen literarischen Repräsentationen geworfen. Der komparatistische Band sondiert zum einen Fragestellungen aus dem Bereich der Cultural and Literary Animal Studies und beleuchtet darüber hinaus einzelne Stationen der Forschung am Beispiel unterschiedlicher Textgattungen – von der Naturkunde bis zum Manga, von der populären Kinder- und Jugendliteratur bis hin zu kanonischen Texten der Weltliteratur.

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,Bodylanguage‘ and Mimikry of Voice. Les Murrays Translations from the Natural World: Alena Diedrich

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176 Julia Hoffmann Realitätskompatible) Einzug gehalten hat.72 Obwohl sie meist positiv und sym- pathisch dargestellt werden, haftet Raben in den Kinder- und Jugendmedien noch immer das Mysteriöse, Unheimliche und Zwielichtige an. Dort wo ein Ra- be auftaucht, sind Totenköpfe, Hexen und Dunkelheit nicht weit. Als Repräsen- tant des Jenseitigen ist der stereotype Rabe häufig ein Weltenwandler; ein Ver- mittler zwischen der Welt der Lebenden und der Toten und wird folglich mystifiziert. Außerdem gehört er vor allem in den Jugendmedien, die der ‚Schwarzen Szene‘ nahestehen, zum ästhetischen wie narrativen Inventar,73 da er allgemein mit vielen Eigenschaften und Orten assoziiert wird, die für sie von Bedeutung sind (z.B. Tod, Nacht, Einsamkeit, Mystik, usw.). Hier wird er nicht nur als Figur in erzählerischen Kontexten, sondern auch als Illustration (z.B. auf Covern) eingesetzt. Der Rabe besetzt so bestimmte mediale Themenfelder und sichert sich so sein Überleben – zumindest innerhalb der Medienlandschaft. Aufgrund seiner mythopoetischen Qualitäten wird er daher vermutlich eine der am häufigsten eingesetzten Tierfiguren bleiben. Abbildungsnachweise Abb. 1: Wilhelm Busch: Hans Huckebein, der Unglücksrabe. 23. Aufl. Stuttgart u. Leipzig [um 1894]. Abb. 2: ALFRED J. KWAK, Dennis Livson (Regie), Hermann van Veen u. Akira Miyazaki (Drehbuch), Harlekijn Holland BV u.a., Niederlande (u.a.), 1989-1991. Abb. 3: Sibylle von Olfers: Prinzeßchen im Walde. 2. Aufl. Eßlingen [u.a.] [ca. 1910]. 72 Auch frühe Texte mit Rabenfiguren, wie zum Beispiel in Selma Lagerlöfs Die Wunder- bare Reise des kleinen Nils Holgersson...

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