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Archetypen, Artefakte

Komparatistische Beiträge zur kulturellen und literarischen Repräsentation von Tieren

Edited By Alena Diedrich, Julia Hoffmann and Niels Penke

Wie werden Tiere in der Literatur dargestellt? Welche spezifischen Funktionen übernehmen sie in verschiedenen kulturellen Traditionen? Wie differieren ihre Darstellungen in unterschiedlichen Medien? Am Beispiel prominenter Tierfiguren sowie an bis dato eher unberücksichtigten Tiergattungen werden kultur- und literaturhistorische Prozesse untersucht und auf ihre Mechanismen befragt. Dabei wird besonders auch ein Blick auf die historische Entwicklung bestimmter Tiere und ihre spezifischen literarischen Repräsentationen geworfen. Der komparatistische Band sondiert zum einen Fragestellungen aus dem Bereich der Cultural and Literary Animal Studies und beleuchtet darüber hinaus einzelne Stationen der Forschung am Beispiel unterschiedlicher Textgattungen – von der Naturkunde bis zum Manga, von der populären Kinder- und Jugendliteratur bis hin zu kanonischen Texten der Weltliteratur.

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„Hunger nagte an Kalliks Eingeweiden und ihre Tatzen zitterten vor Erschöpfung“: Oder die vielfältigen Funktionen des Bären in der Kinder- und Jugendliteratur: Jana Mikota

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„Hunger nagte an Kalliks Eingeweiden und ihre Tatzen zitterten vor Erschöpfung“: Oder die vielfältigen Funktionen des Bären in der Kinder- und Jugendliteratur Jana Mikota „Wie Sie vielleicht wissen, leiden die nordamerikanischen Bären unter den Verände- rungen ihrer Umwelt. Schwarzbären kommen damit meist auch noch besser zurecht als Eisbären und Grizzlys, aber auch von ihnen mussten wir schon einige retten, wenn sie in Not geraten waren.“1 Mit diesen Sätzen erklärt im Roman Seekers. Die Suche beginnt (2012) ein An- gestellter eines Zoologischen Gartens seinen Besuchern die Situation der Bären in Nordamerika, die durch Umweltzerstörung bedroht ist. Wie sehr die Bären tatsächlich leiden, wird dann konsequent aus der Sicht unterschiedlicher Bären- jungen, nämlich eines Eis-, Schwarzbären und eines Grizzlys, geschildert und auf menschliche Stimmen bzw. Perspektiven fast gänzlich verzichtet. Die Ro- manreihe, von der mittlerweile drei Bände erschienen sind, demonstriert so, wie sich das Bild des Bären von einem fröhlichen Kuscheltier zu einem Tier, das extrem unter der Umweltzerstörung leidet, verändert hat. Damit erhält der Bär als Topos in der Kinder- und Jugendliteratur unterschiedliche Funktionen: Ei- nerseits wird er als Freund und Helfer der kindlichen Protagonisten entworfen, der Ängste, Freuden und Sorgen der kindlichen Figuren aufgreift und ihnen hilft, sich mit diesen auseinanderzusetzen. Andererseits kann der Bär auch als ein Wesen gezeigt werden, dessen Umwelt durch menschliche Eingriffe zerstört wird.2 Der folgende Beitrag möchte...

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