Show Less

Begriffswandel als Sprachhandlung

Der Beitrag Quentin Skinners zur Methodologie und Funktionsbestimmung der pädagogischen Geschichtsschreibung

Markus Erben

Einen Verständigungszusammenhang anzubahnen zwischen (traditioneller) pädagogischer und (moderner) erziehungswissenschaftlicher Historiographie ist Ziel der Studie. Sie rezipiert hierfür den führenden Vertreter der Cambridge School der politischen Ideengeschichte: Quentin Skinner. Statt mit ihm die fragwürdige Dichotomie Traditionspflege / Forschung zu zementieren, fragt die Arbeit nach seinem grundlegenden Beitrag für die Methodologie und Funktionsbestimmung der Historischen Pädagogik. Ein besonderes Augenmerk gilt der sprachlichen und praktischen Kontextualisierung vergangener Autorenintentionen sowie der Historie als ideologiekritischer Bildung. Damit wird seine Methodologie erstmals einer eingehenden Auseinandersetzung unterworfen und im Schnittfeld von Pädagogik, Geschichte und Politik verortet.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

I Referenz-Teil: Begrü̈ndung und Entwicklung eines methodologischen und funktionsbestimmenden Referenzrahmens pdagogischer Geschichtsschreibung

Extract

I Referenz-Teil: Begründung und Entwicklung eines methodologischen und funktionsbestim- menden Referenzrahmens pädagogischer Ge- schichtsschreibung 33 4. Begründung eines methodologischen und funk- tionsbestimmenden Referenzrahmens pädago- gischer Geschichtsschreibung Vorliegende Arbeit geht der konstitutiven Frage nach, welchen Beitrag SKINNERs Methodologie und Funktionsbestimmung der (politischen) Geschichtsschreibung für das diskursive Feld der pädagogischen Geschichtsschreibung leistet. Genauer geht sie der Frage nach, welches Unterstützungs-, Ergänzungs-, Erweiterungs- und Kritikpotential seine Methodologie für dieses Feld leistet. Sie unterscheidet bei der Begründung und Entwicklung eines Referenzrahmens pädagogischer Geschichts- schreibung zwischen verschiedenen methodologischen (im weiteren Sinn ge- schichtstheoretischen) Ansätzen einerseits sowie zwischen wissenschaftstheoreti- scher (im engeren Sinn disziplintheoretischer) und pragmatischer (handlungsbezo- gener) Funktionsbestimmung andererseits. Der Referenzrahmen wird aussagen, welche methodologischen Ansätze sich im Verlauf der Geschichte der pädagogi- schen Geschichtsschreibung herausgebildet haben, und bestimmen, welche Funkti- onen ihnen dabei zugekommen sind. Der enge Zusammenhang von Methodologie und wissenschaftstheoretischer sowie pragmatischer Funktionsbestimmung der Geschichtsschreibung wird bei SKINNER selbst deutlich, wenn er das Manifest der ‚Cambridge School’ ‚Bedeutung und Verstehen in der Ideengeschichte’ mit der Frage nach der angemessenen Me- thode der Geschichtsschreibung einleitet und mit der nach dem Wert einer diskurs- analytisch verfahrenden Methode für die Geschichtsschreibung und deren Leser schließt (vgl. SKINNER 2010a). Das temporale Verhältnis zwischen methodologi- schen und funktionstheoretischen Überlegungen ist gleichsam logischer Natur: Ein spezifischer methodischer Zugriff auf Geschichte bestimmt die Möglichkeiten und Grenzen ihres wissenschaftstheoretischen Werts für Geschichtswissenschaft und ihres pragmatischen Werts für ihre Rezipienten auf...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.