Show Less

Die Beurteilung konglomerater Unternehmenszusammenschlüsse in Europa und den USA

Unter besonderer Berücksichtigung von Wertschöpfungsketten

Series:

Jens Schefzig

Die Beurteilung konglomerater Unternehmenszusammenschlüsse wird in Europa und den USA kontrovers diskutiert. Der Autor nimmt sich dieser Kontroverse an. Er ermittelt den Rechtszustand in beiden Jurisdiktionen anhand einschlägiger Unternehmenszusammenschlüsse und bestimmt ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Im Anschluss analysiert er inwieweit die existierenden Argumentationen und Regelungen in ökonomischer Hinsicht überzeugen. Auf Grundlage der gefundenen Erkenntnisse schlägt er vor, das etablierte Instrumentarium der kartellrechtlichen Analyse um das Kriterium der Wertschöpfungskette zu erweitern. Ausführlich entwickelt er dieses Kriterium und wendet es beispielhaft auf die Zusammenschlüsse Tetra Laval/Sidel und GE/Honweywell an.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil 2: Kritik der Beurteilung konglomerater Zusammenschlüsse in Europa und den USA

Extract

A. Europäische Rechtspraxis I. Potenzieller Wettbewerb Nicht nur aktive Marktteilnehmer können Wettbewerbsdruck in einem Markt er- zeugen. Vielmehr beeinflussen häufig auch Unternehmen, die außerhalb des Marktes stehen, das Verhalten im Markt. Das ist der Fall, wenn sie aus dem Markt heraus als eintrittswillig wahrgenommen werden. Je wahrscheinlicher und leichter der Markteintritt ist, desto größer ist der von ihnen ausgehende Wettbe- werbsdruck. Diesen Wettbewerbsdruck veranschaulicht das Denkmodell der Contestable Markets.493 Voraussetzungen im Modellmarkt sind ein zeitlich, rechtlich und unter sonstigen Aspekten freier Marktzutritt, die Abwesenheit von irreversiblen Kosten, vollständige Information sowie keine Wechselkosten seitens der Ab- nehmer. Wenn die Preise in diesem Markt über den Wettbewerbspreis steigen, treten unmittelbar neue Wettbewerber in den Markt ein und unterbieten den Preis. Die Abnehmer wanderten unmittelbar zur Konkurrenz ab. In einem derar- tigen Markt ist also auch ein Monopolist gezwungen, die Preise auf Wettbe- werbsniveau zu halten. Die limitierende Wirkung potenzieller Wettbewerber lässt sich auch außerhalb des Modells der contestable markets theoretisch genau berechnen. Erreichen die Preise im Markt ein Niveau, welches Gewinn verspricht, erfolgt der Marktein- tritt. Der Gewinn lässt sich dabei beispielsweise mit dem Net Present Value („NPV“)494 des Markteintritts beschreiben. Der NPV eines Projekts ist der mit den Kapitalkosten abgezinste Wert aller zukünftigen Cash Flows eines Pro- jekts.495 In diese Rechnung sind außer dem Preis viele weitere Faktoren einzube- ziehen. Irreversible Kosten im Rahmen des Markteintritts werden vom NPV 493 Grundlegend Baumol/Panzar, Contestable Markets; ausführliche Darstellung und Auseinander-...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.