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Selektive Modernisierung und Strukturstabilität

Anpassungsmuster der Old Order Amischgemeinschaft

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Axel Schmidt

Amischgemeinschaften in Nordamerika bestehen seit 300 Jahren in einer sie umschließenden Moderne. Es gelingt ihnen, ihre typischen Traditionsformen und Lebensweisen beharrlich und erfolgreich über lange Zeiträume aufrechtzuerhalten und sich als religiöse Minderheit zu behaupten. Um zu erklären, wie dies möglich ist, untersucht der Autor verschiedene Aspekte von Beständigkeit und Wandel in der Amischgemeinschaft. Es stellt sich heraus, dass Entscheidungsfindungen im religiösen und im weltlichen Bereich sich an bestimmten Kriterien orientieren. Diese werden in verschiedenen Modellen dargestellt, die über die bislang vorliegenden Erklärungsversuche von Einzelfallexplikation hinausgehen. Konkrete Zielsetzung der Arbeit ist es, die außergewöhnliche Stabilität dieser in sich abgeschlossenen Gemeinschaft durch die Selektive Modernisierung zu erklären.

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7 Gesamtergebnis, Schluss und Ausblick

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Zur Beantwortung der Forschungsfrage nach den Ursachen von Beständigkeit und Wandel der Amischgemeinschaft, waren zunächst einige Vorarbeiten zu absolvieren. Die Auswertung der einschlägigen Forschungsliteratur (Kapitel 2) ließ die Beantwortung der Ausgangsfrage, wie es gelingt, Systemstabilität in der Amischgemeinschaft herzustellen und nach welcher Systematik Innovationen zugelassen werden und andere nicht, offen. In Kapitel 3 wurde sodann ein Ein- blick in die Gedankenwelt, den Grundsatz der Separation und in den Werteka- non der Amischen gegeben. Breiter Raum wurde dem phänomenologischen Blick und der Selbstpräsentation mit den wichtigsten symbolischen Diskrimi- nanten eröffnet. Das Kapitel schloss mit Ausführungen zur Bedeutung der prak- tizierten eigenen Rituale der Gemeinschaft. Kapitel 4 beschäftigte sich mit den Mechanismen von Inklusion und Exklusion. Veränderungen waren im Bereich des Glaubens und der Kasualien kaum feststellbar. Externe Einflüsse drangen, wie dargestellt, in diesem Bereich nicht durch. Im Weiteren beschäftigte sich das Kapitel 4 mit der Identifikation in der Gemeinschaft, der Idealisierung von Anwesenheit im Raum und der Wichtigkeit der face-to-face-Kommunikationen. Ausgangspunkt: Der erweiterte action frame of reference Die Erörterung der genannten Vorfragen ermöglichte es, sich der eigentlichen Forschungsfrage einen entscheidenden Schritt anzunähern. Ausgangspunkt war das von Talcott Parsons entwickelte Grundschema des action frame of reference (siehe Abbildung 8 in Kapitel 5.2). Dieses wurde erheblich erweitert. Ziel dieser Ausweitung (Abbildung 9 in Kapitel 5.3) war es zunächst, eine theoretische Ba- sis zu schaffen, aus der das Zusammenspiel hervorgeht: 1) von teleologisch ori- entierter Handlungseinheit, (was ist...

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