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Sprache und Musik

Hommage an Georg Heike

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Edited By Ulrike Groß and Michael Thiergart

Diese Festschrift ist als Hommage an Georg Heike von zweien seiner Schüler entstanden. Im Zentrum von Heikes Schaffen standen Wissenschaft und Kunst, Sprache und Musik: Georg Heike hat Schallforschung immer fachübergreifend gesehen und betrieben. Während er das Institut für Phonetik der Universität zu Köln leitete, standen die Türen Wissenschaftlern und Künstlern gleichermaßen offen. Diese Offenheit soll dieser Band widerspiegeln, in dem Kompositionen und wissenschaftliche Texte nebeneinander stehen.

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Michael Thiergart: Phonetische Phänomene des Lateinischen - Oder: Elemente der Subjektivität in der Forschung

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147 Phonetische Phänomene des Lateinischen $% &' ( Michael Thiergart, Wermelskirchen 1 Einleitung Es begab sich im Jahre 1965 zu Leverkusen, also etwa 2.014 Jahre nachdem C. I. Caesar [gá's j*l's ká+ sar] den Rubicon [,*bkn] überschritten und der Überlieferung nach „alea iacta est“ [-á./a jákta /0 st] proklamiert hat, als ein zwei Jahre alter Knabe, damals in der Endphase des Erwerbs der Erstsprachpho- netik, mit Hilfe der Minimalpaaranalyse, die ihm niemand beigebracht hatte, beschrieb, welche Probleme die Substitution des in seiner noch nicht voll entwi- ckelten deutschen Aussprache fehlenden [)] durch [s] dem Rezipienten bereiten könnte. Ebenso erläuterte er seiner Mutter, dass sich das [1], das im ripuarischen Dialekt das [ç] ersetzt, von letzterem durch die weiter vorn liegende Artikulati- onsstelle unterscheidet. Freilich fehlte dem Kind noch das Fachvokabular, aber die Beschreibung an sich stimmte: Verdutzt musste die Mutter feststellen, dass sie einen Phonetiker und Sprachwissenschaftler geboren hatte. 20 Jahre später, zum Sommersemester 1985, begann dieser Phonetiker, mittler- weile 22 Jahre alt, bei Georg Heike am Institut für Phonetik der Universität zu Köln etwas Ungewöhnliches: ein Hauptfachstudium in Phonetik. Er wusste ge- nau, dass er mit diesem Studium kaum etwas anderes würde anfangen können, als eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Er wusste ebenfalls, dass er genau das wollte. Ihm standen Jahre bevor, in denen er immer wieder dachte: „Hier bin ich richtig.“ Er sog die Materie gierig auf, nahm Fachliteratur mit nach Hause, um sie abends vor dem...

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